Ex-Manroland-Mitarbeiter

Jeder Zweite hat wieder einen Job

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Manroland: Fast 55 Prozent der Mitarbeiter haben wieder einen Job.

Offenbach/Ulm- Die ehemaligen Mitarbeiter des in die Insolvenz gerutschten Druckmaschinenherstellers „manroland“ können weiter auf neue Jobs hoffen: Die Transfergesellschaften setzen ihre Arbeit vorerst fort. Von Marc Kuhn

„Die Laufzeit der Qualifizierungsmaßnahmen für die verbliebenen Mitarbeiter an allen drei Standorten wird aufgrund der bislang guten Vermittlungszahlen um einem weiteren Monat verlängert“, erklärte Insolvenzverwalter Werner Scheider gestern in Ulm. „Somit laufen diese Aktivitäten zur Integration in den Arbeitsmarkt bis zum 30. September 2012 weiter. Diese Verlängerung wurde möglich, da noch unausgeschöpfte Mittel unter anderem aus dem Etat für die Qualifizierungsmaßnahmen vorliegen. “.

Die Transfergesellschaften für die Ex-Roländer an den Standorten Offenbach, Augsburg und Plauen waren im Februar von den Alteigentümern von „manroland“, Allianz und MAN, für ein halbes Jahr mit 24 Millionen Euro ausgestattet worden. Sie sollen die einstigen Mitarbeiter fit für neue Jobs machen. Die Arbeit der Transfergesellschaften war bereits Anfang August um einen Monat verlängert worden. Der Offenbacher Standort des Druckmaschinenbauers ist vom britischen Unternehmer Tony Langley und das Werk in Augsburg von der Lübecker Possehl-Gruppe übernommen worden. Der Standort Plauen wird von Schneider fortgeführt. „manroland“ war Ende 2011 in die Insolvenz geschlittert.

Fast 55% wieder vermittelt

In Offenbach hatten 894 Ex-Roländer einen Vertrag bei der PRM Personalentwicklungsgesellschaft unterschrieben. Bis Mitte August seien 495 von ihnen wieder in Arbeit vermittelt worden, berichtete der Insolvenzverwalter. Somit hätten rund 55 Prozent der ehemals bei „manroland“ Beschäftigten eine Anstellung gefunden. „Es ist uns trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in unserer Region gelungen, durch intensives Coaching und Qualifizierungen für mehr als die Hälfte der Menschen einen neuen Arbeitsplatz zu finden“, erläuterte Silke Wohlgemuth, Geschäftsführerin der PRM. Das VDE-Institut, der Offenbacher Maschinenbauer Vibra und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt hatten Ex-Roländer übernommen. „Ich gehe in den kommenden Wochen von einer weiteren Steigerung der Vermittlungsquote aus“, betonte Wohlgemuth. Die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, sprach von einer positiven Entwicklung. Gleichzeitig betonte sie aber: „Es gibt noch reichlich Kollegen, die immer noch nicht vermittelt werden konnten.“

In Augsburg seien 709 Ex-Mitarbeiter von „manroland“ in die Transfergesellschaft eingetreten, erklärte der Insolvenzverwalter. 369 von ihnen seien in ein neues Arbeitsverhältnis vermittelt worden. Dies entspreche einer Quote von etwa 53 Prozent. „Wir haben in den vergangenen Monaten intensive Arbeit zusammen mit der Arbeitsverwaltung geleistet und auf diese Weise vielen Beschäftigten geholfen, einen Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt zu finden. Die Ergebnisse freuen uns“, so Bernd Nickolay von der PTG Projekt- und Trainingsgesellschaft Augsburg. In Plauen seien 328 Mitarbeiter in der Transfergesellschaft aufgenommen worden, berichtete der Insolvenzverwalter. Inzwischen hätten 158 Betroffene einen neue Job gefunden, das seien fast 50 Prozent.

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„Die mir bisher vorliegenden Zahlen machen Mut für die kommenden Wochen. Und die Bilanz kann sich wirklich sehen lassen“, erklärte Schneider. Wenn man die Zahlen der Transfergesellschaften und die erhaltenen Arbeitsplätze an den drei Standorten addiere, dann sei für annähernd 75 Prozent der Beschäftigten ein Arbeitsplatz gesichert worden. Dies sei eine Quote, die für ein solches Verfahren ungewöhnlich hoch sei.

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