Ex-Roländer weint Firma nicht nach

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Michael Neutzer ist vom Kahlschlag bei „manroland“ keineswegs überrascht.

Offenbach (fel) Überrascht hat Michael Neutzer die Nachricht vom Kahlschlag bei „manroland“ keineswegs. „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen“, ist sich der gelernte Kfz-Mechaniker sicher.

Zwanzig Jahre arbeitete der heute 46-Jährige beim Druckmaschinenhersteller in Offenbach, war CNC-Fräser und zuletzt Gestellbauer. Während der großen Entlassungswelle vor gut zwei Jahren entschloss sich der Offenbacher, das angeschlagene Unternehmen zu verlassen.

„Frühere Kollegen aus dem Betriebsrat sahen 2010 schon das Ende der Firma in zwei, drei Jahren voraus. “ Sie haben Recht behalten. Im Gegensatz zur Situation heute hatte Michael Neutzer seinerzeit Glück: Er handelte eine großzügige Abfindung aus, unterzeichnete einen Aufhebungsvertrag und kam ein halbes Jahr in einer Auffanggesellschaft unter. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass für die Roländer jetzt noch soviel drin ist. “.

Anschließend fand Neutzer einen Job bei der Schmoll Maschinen GmbH in Rödermark und wechselte nun zu Jahresbeginn als Maschinenführer in die Versandabteilung der Offenbach-Post. „Ich weine ,manroland’ keine Träne nach“, sagt er und kritisiert den Umgang von Management und Vorgesetzten mit den Angestellten. „Vor zwanzig Jahren wurden noch gute Löhne bezahlt, danach hieß es für mich nur noch: ,Sehen, wo man bleibt’.“

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