Mit exklusiven Reisen den Horizont erweitern

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Der Offenbacher Werner Scheele organisiert Reisen in der ganzen Welt. Seine Frau Isolde begleitet ihn gern, hier bei einer Busrundreise durch Schottland.

Offenbach - Seine Rente verbringt Werner Scheele ziemlich beneidenswert. Statt zu Hause länger zu verweilen, organisiert der 72-jährige Offenbacher Gruppenreisen in ferne und exotische Länder. Von Sabrina Kristen

Von Alaska über die Galapagosinseln bis nach Indonesien: Werner Scheele müsste sich eher die Frage stellen lassen, wo er noch nicht war. Vor etwa 20 Jahren fing der heute 72-Jährige damit an, Reisen zu organisieren. Zum damaligen Zeitpunkt war er noch Leiter der Hans-Christian-Andersen-Schule in Neu-Isenburg.

„Die erste von mir geplante Reise ging nach Prag“, erzählt Scheele. Damals brachten ihn andere Schulleiter aus der Umgebung auf die Idee, etwas in dieser Richtung auf die Beine zu stellen. Nicht abwegig, da der Offenbacher als junger Mann gern Abenteuerreisen unternommen hatte. Zum Beispiel war er zwei Monate allein in Persien unterwegs.

So kam es, dass die Reisefreunde Offenbach ins Leben gerufen wurden. Das Besondere: Diese Organisation ist nicht im Internet oder sonst wo zu finden. Das liegt daran, dass der Offenbacher seine Teilnehmer mit viel Sorgfalt aussucht. „Ich nehme nur Leute mit, die mir bekannt sind. Außerdem soll ein besonderes Bildungsinteresse im Vordergrund stehen“, so Scheele.

Gute Stimmung äußerst wichtig

Eine gute Stimmung zwischen den Reisenden ist für den Organisator äußerst wichtig. Von Busreisen über kürzere Aufenthalte in europäischen Gefilden bis hin zu fernen Reisezielen – ein buntes und breit gefächertes Programm bietet er an.

„Eine gute Reise hat für mich immer die Merkmale einer gelungenen Unterrichtsstunde“, meint der ehemalige Schulleiter, der seit 2000 pensioniert ist. Wichtig sei gute Struktur und Wechsel zwischen eigenständigen Erlebnissen der Teilnehmer und Wissenzuwachs in der Gruppe. „Ich möchte den Teilnehmern etwas präsentieren, das ihnen kein Reiseveranstalter sonst bietet“, sagt der 72-Jährige.

Dementsprechend sorgfältig und zeitaufwändig ist seine Organisation und Vorarbeit. Ein Jahr vor Reiseantritt sollen der genaue Ablauf und die Teilnehmer feststehen. „Ich versuche jedoch immer eine Überraschung, etwas Ungeplantes, während der Reise einzubauen.“ Scheele macht es stolz, dass viele Teilnehmer nur auf seine Organisation vertrauen und mit ihm reisen wollen. „Toll ist, dass ich so direktes Lob bekomme. Die strahlenden Gesichter, egal bei welchem Ziel, sind immer ein wunderbarer Moment für mich.“

Klassische Touristenpfade verbessern

Scheele legt außerdem Wert darauf, die klassischen Touristenpfade zu verlassen und den Kontakt zu den Einheimischen zu suchen. Ebenso wenig scheut die Reisegruppe vor einem Besuch in einem Waisenhaus in Birma oder einem ärmeren Dorf zurück.

So wurde den Teilnehmern erst während einer Rundreise durch Kambodscha veranschaulicht, dass sauberes Trinkwasser dort nicht die Regel ist. Schnell war dem Ehepaar Scheele und anderen Reisefreudigen klar: Da muss geholfen werden! Mit ihrer Unterstützung sind sechs Brunnen entstanden. „Wir haben erst kürzlich das Bild von der Wasserpumpe und strahlenden Kindern erhalten. Wirklich ein tolles Gefühl“, findet der Offenbacher.

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Scheele will seine große Leidenschaft für die Entdeckung der Welt und die Organisation eigener, maßgeschneiderter Reisen so lange ausleben, wie es ihm möglich ist. „Das ist schließlich mein Lebenselixier und macht mir eine unbeschreibliche Freude.“ Zwar ist die aufwändige Vorplanung und eine gelungene Durchführung äußerst zeitintensiv, aber der 72-Jährige möchte das nicht missen. „Schließlich kann ich meinen Beruf als Lehrer und Schulleiter weiter auf einem ganz anderen Gebiet ausleben.“

Deshalb ist es Scheele wichtig, dass seine Teilnehmer ihr Wissen und ihren Horizont erweitern. „Schließlich ist das Reisen ein imposantes Erlebnis. So gewinnt man innere Schätze dazu, an die man sich sein ganzes Leben lang erinnert.“

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