Hand in Hand mit künftigen Stars

Offenbach - „Sebastian Rode!“ Umut lässt keinen Zweifel daran, mit welchem Jung-Nationalspieler er heute am liebsten auf den Rasen des Bieberer Bergs einlaufen würde. Von Daniel Schmitt

Der Achtjährige gehört zur F2-Fußballjugend der Gemaa Tempelsee, die als Einlaufkinder beim Länderspiel zwischen der deutschen U21-Mannschaft und Argentinien die Stars auf den Platz begleiten darf.

„Das ist eine wirklich tolle Sache, wir sind froh, dass unsere Bewerbung von Erfolg gekrönt war“, sagt Betreuer Sascha Inerle, der sich auf Anraten der Eltern für die gemeinsame Aktion von Deutschem Fußball-Bund (DFB) und unserer Zeitung beworben hatte. Aus mehr als 30 Anfragen von Mannschaften aus Stadt und Kreis Offenbach wurde die F2-Jugend der Gemaa ausgelost.

Der ehemalige Offenbacher Rode ist dabei für die Nachwuchskicker aus Tempelsee der größte Star. Die Hände der elf Nachwuchskicker werden kurz vor dem Anpfiff in erster Linie den Spieler der Frankfurter Eintracht suchen. „Ansonsten kenne ich auch fast niemanden“, gibt Marvin mit leiser Stimme ehrlich zu. Der Schalker Lewis Holtby, Sebastian Jung von der Eintracht oder Torhüter Bernd Leno aus Leverkusen zählen zwar zu den weiteren Stars, haben bei den Jungs aus Tempelsee aber noch keine allzu große Bekanntheit erlangt.

„Dortmund und Bayern München finde ich gut“, sagt Marvin. Die bekannten Spieler der beiden deutschen Vorzeigeklubs sind jedoch nur in der A-Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw zu finden und werden in Offenbach nicht dabei sein. Dennoch soll das Einlaufen zu einem echten Erlebnis werden. So nah werden die Jungs aus Tempelsee den Bundesligaspielern in naher Zukunft kaum kommen.

Neuzugänge gehen leer aus

„Ich freue mich“, formuliert Marvin zwar knapp, aber auch treffend für seine Mitspieler. Schon beim Fototermin auf dem eigenen Sportgelände in Tempelsee ist den Kindern anzumerken, dass sie ihre Vereinshemdchen lieber heute als morgen gegen die DFB-Einlaufkleidung eintauschen würden.

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Die Aufregung unter Eltern und Kindern ist groß: Kurz vor dem ersten Foto kämmte eine eifrige Mutter ihrem Sohn schnell die Haare zur Seite. Der Junge wehrte sich dagegen und warf sie nur wenige Augenblicke später wieder zurück. Auch heute Abend beim Kampf um die beliebtesten Fußballerhände der deutschen Elf schadet dieses Durchsetzungsvermögen sicher nicht. Im Vorfeld des Länderspiels gab es jedoch Enttäuschungen. Das Team aus Tempelsee besteht in dieser Saison aus 14 Spielern – nur elf dürfen mit den Stars aufs Feld. Die drei Neuzugänge des Vereins gingen leer aus. „Das ist schade, war aber leider nicht anders zu machen“, bedauert Inerle.

Um 19 Uhr soll sich der Tross aus Tempelsee am Stadion einfinden und vom DFB die offizielle Einlaufkleidung entgegennehmen. Um 20.25 Uhr, fünf Minuten vor Anpfiff, werden die Blicke von Umut, Marvin und ihren neun Mitspielern in Richtung Spielerkabinen wandern, um auf keinen Fall die Hand von Sebastian Rode zu verpassen.

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