Da fällt der „Zehner“

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kurzer Zeit zerlegte das Ungetüm einen Abschnitt Stadtgeschichte und machte den Weg frei für ein neues Kapitel.

Offenbach - (mk) Aus und vorbei: Während der Bagger beim offiziellen Abschiedstermin eher zaghaft und symbolisch am Zehn-Meter-Turm des Tambourbades knabberte, langte er gestern mächtig zu. In kurzer Zeit zerlegte das Ungetüm einen Abschnitt Stadtgeschichte und machte den Weg frei für ein neues Kapitel. +++Video+++

Aus dem Schwimmbad Tambourweg wächst in den nächsten Monaten das Sportzentrum Wiener Ring. Die Baufirma brach den Sprungturm so ab, dass die Betonteile ins ehemalige Becken stürzten.

Dort wartete die nächste Maschine, die die Brocken zerschredderte. Mit Schutt und Erde wird so das Becken gefüllt, das über Jahre ebenso funktionslos war wie das restliche Bad. Nur einmal erfuhr es Aufmerksamkeit - als Kulisse für einen Fernsehkrimi. Künftig begeistern dort andere Spannungsbögen. Für (Jugend-)Fußballer erweitert die Stadtwerke Holding auf dem zwölf Hektar großen Areal die bestehenden beiden Sportplätze um vier Rasenplätze. Zudem werden neue Umkleide- und Vereinsräume gebaut. Zufahrt und Parkplätze, bisher am Tambourweg, entstehen neu am Wiener Ring; heute Stichstraße ab der Bieberer Straße. Kosten: fünf Millionen Euro.

Ende des Jahres soll vorab schon ein neuer Kunstrasenplatz fertig sein - überwiegend für die Jugendteams des OFC. Die eigentlichen Hochbauarbeiten starten erst nach der Winterpause. Unmittelbar über der versiegelten Hausmüll-Deponie darf nichts gebaut werden. Diese Altlast, gleichsam wackeliger Grund, läutete vor Jahren das Aus des Tambourbades ein.

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