Fälscherwerkstatt ausgehoben - zwei Bulgaren in Haft

Offenbach/Osnabrück (ale) - Schon seit Jahresbeginn lagen den Beamten der Offenbacher Kriminalpolizei vage Hinweise vor, dass zwei Bulgaren aus einer Wohnung in der Karlstraße gefälschte Dokumente an Landsleute verkaufen würden.

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Umfangreiche Ermittlungen ergaben, dass die Hersteller der Ausweispapiere offensichtlich in Osnabrück ihre Werkstatt hatten. Nach Erkenntnissen der Polizisten kauften die "Osnabrücker" Landleuten bulgarische Echtdokumente wie Reisepässe, ID-Cards oder Führerscheine für 20 bis 50 Euro pro Stück ab. Anschließend wurden durch den Einsatz von Chemikalien die „Altpersonalien“ entfernt.

Durch das Aufbringen einer neuen Folie, die mit einem anderen Lichtbild und einer „Neuidentität“ versehen wurde, erfolgte die Verfälschung der Echtdokumente, die für 500 Euro je Ausweis an die Abnehmer verkauft wurden.

Verdächtige sitzen bereits im Knast

Am Mittwoch machten die Beamten aus Osnabrück und Offenbach gemeinsame Sache und nahmen zunächst vier Bulgaren fest; in einer konspirativen Wohnung in Osnabrück konnte die Fälscherwerkstatt ausgehoben werden. Hierbei wurde umfangreiches Beweismaterial, unter anderem 30 „Rohlinge“, also schon „gesäuberte“ Dokumente, Bleich- und Lösungsmittel, Laptops, PCs, drei Drucker sowie Laminierfolien und -geräte sichergestellt.

Den Hauptverdächtigen, 41 und 46 Jahre alt, können nach bisherigen Ermittlungen und ersten Auswertungen der Beweismittel das Herstellen und die Weitergabe von verfälschten Dokumenten in mindestens 40 Fällen vorgeworfen werden - gegen beide ergingen Haftbefehle; sie sitzen bereits in Justizvollzugsanstalten ein. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

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