Fahndung nach dem Waden-Tattoo

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Blutflecken vor der Kneipe zeugten noch gestern Nachmittag vom Geschehen an der Seligenstädter Straße.

Offenbach - (tk) Was spielte sich genau ab in und vor dem Bierlokal in der Seligenstädter Straße zu Bieber? Die Polizei setzt auf die Aussagen weiterer Zeugen, die das brutale Geschehen beobachtet haben müssten.

Gestern versuchten die Beamten des Offenbacher Gewalt-Kommissariats Licht in Vorgeschichte und Ablauf einer Bluttat nahe dem Ost endplatz im Stadtteil zu bringen. In der Nacht zum Dienstag gegen 1 Uhr ist vor „Moni’s Treff“ ein Gast gleichzeitig mit einem harten Gegenstand verprügelt und mit einer Waffe niedergestochen worden. In einer ersten Mitteilung der Polizei hieß es, trotz einer Notoperation sei der Zustand des Schwerverletzten so kritisch, dass mit seinem Tod zu rechnen sei. Am Nachmittag konnte Polizeisprecher Henry Faltin Entwarnung geben: „Laut den Ärzten ist der Mann außer Lebensgefahr.“

Das Opfer ist ein 32-jähriger Deutscher, geboren in Offenbach und bei der Polizei mit einer dicken Akte registriert. Nach jüngsten Erkenntnissen der Ermittler war er an der Theke mit zwei noch Unbekannten in verbalen Streit geraten und hatte mit ihnen die Kneipe verlassen.

Auf der Straße fielen seine Widersacher über ihn her: Ein sehr Großer stach ihn mehrfach in den Oberkörper, ein ziemlich Kleiner hieb auf ihn ein. „Mit einer Stange, einem Brett, einem Knüppel oder einem Totschläger - wir wissen es noch nicht“, sagte Henry Faltin. Auch welcher Art die Stichwaffe war, ist noch nicht sicher. Die Täter flüchteten, als ihr Opfer bewusstlos zu Boden ging.

Als Messerstecher gesucht wird ein 1,85 bis zwei Meter großer Deutscher, 20 bis 25 Jahre alt, mit hessischem Akzent, zum Pferdeschwanz gebundenen braunen Haaren und einem besonderen Merkmal: Seine kurze Hose erlaubte Zeugen den Blick auf eine auffällig tätowierte Wade. Sein Kumpan soll um die 27 Jahre und nur etwa 1,60 Meter groß sein und einen Dreitagebart gehabt haben. Wir sind recht zuversichtlich, dass wir sie erwischen“, meint Polizist Faltin und bittet dennoch dringend darum, dass weitere Zeugen, insbesondere Gäste von „Moni’s Treff“, die Kripo (069 8098 1234) anrufen. Ihre Aussagen könnten auch klären, was der Grund für die Auseinandersetzung gewesen war.

Dank bisheriger Hinweise konnte eine erste von der Polizei verbreitete Nachricht korrigiert werden. Ursprünglich hatte es geheißen, das Opfer sei mit zwei Bekannten aus der Bierstube gekommen, von vier Männern und einer Frau verfolgt und dann angegriffen worden. Auch nicht der offiziellen Version entspricht, was gestern am Bieberer Ostendplatz die Runde machte. Dort erzählt man, Leute, die dabei gewesen seien, hätten berichtet, das spätere Opfer habe nicht mit den nachmaligen Tätern streitend, sondern in bester Laune mit zwei Frauen die Kneipe verlassen.

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