Da schwillt so manchen der Kamm...

Fahrbahnbegrenzungen sorgen für Ärger

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In den Augen von einigen Lesern zumindest „fragwürdig“: Die neuen Poller im Bischofsheimer Weg, die immer wieder geradezu weggefegt werden. Roswitha Wiedekind fragt: Warum hat man sich mit solchen „Legosteinchen“ aufgehalten, anstatt gleich eine Leitplanke zu montieren? Die Verwaltung begründet es mit einem nicht ausreichenden Straßenquerschnitt.

Rumpenheim -  Es ist ein neuer Aufreger: Die roten und weißen Begrenzungen auf dem Bischofsheimer Weg, auch als Leitschwellen, Fahrbahnpoller oder Reifenkiller bezeichnet. Leser, die sich in der Redaktion melden, sind gänzlich unzufrieden. Von Martin Kuhn

„So geht das nicht. Da muss etwas anderes her“, fordert ein Anrufer vehement. In der Verwaltung räumt man ein, dass es „keine optimale Lösung“ darstelle; eine andere sei an dieser Stelle jedoch nicht möglich. Der persönliche Eindruck: Falls der Oberbürgermeister demnächst ein offenes Ohr für wunde Punkte in den östlichen Stadtteilen findet, werden Horst Schneider die roten und weißen Markierungen im übertragenen Sinn um dieselben gehauen. Seinem Unmut macht unter anderem einer Luft, der über Biebernsee und Waldheim zur Arbeit fährt: „Seit Montage der Poller beobachte ich, wie viele Tag für Tag umgefahren werden, und das trotz martialischer Schrauben und Dübel.“

Eher süffisant merkt der Autopendler an, dass ein Trupp kommunaler Straßenbauer offensichtlich „die Patenschaft übernommen hat“, um die Teile in schöner Regelmäßigkeit wieder auf der Fahrbahn zu fixieren. In einer E-Mail spricht er sich gegen die gewählte Fahrbahnbegrenzung aus: „Schutz der Fußgänger? Ja bitte! Aber dann mit kompetenten und alltagstauglichen Methoden.“

Warum nicht gleich eine Leitplanke?

Ähnlich sieht es Roswitha Wiedekind: „Das Schlimmste ist unserer Schwiegertochter passiert, die ihre Dreijährige in den Kindergarten der Erlösergemeinde bringen wollte. Sie lief auf dem Gehweg, als ihr ein Wagen viel zu schnell entgegenkam, schleuderte, zwei Poller abfuhr und dreißig Meter vor Mutter, Tochter und Kinderwagen in das Gebüsch rauschte.“ Auch sie fragt kritisch: „Warum hat man nicht gleich eine Leitplanke montiert, wie es ja im ersten Abschnitt des Bischofsheimer Wegs der Fall ist?“ Ein anderer will wissen, wer für den Schaden aufkomme – auch an den beteiligten Fahrzeugen.

Bevor er darauf antwortet, hält Jan Schmidbauer, Fachreferent in der Straßenverkehrsbehörde, zunächst fest, dass der Schutz der Fußgänger absolute Priorität genieße. Das liege der Stadt sozusagen höchstrichterlich vor. In einer Urteilsbegründung – obwohl in einem gänzlich anders gelagerten Fall – habe das Verwaltungsgericht in Darmstadt vor gut sieben Jahren „dringenden Handlungsbedarf“ gesehen für diesen Abschnitt. „Schließlich gilt der abgetrennte Streifen als Schulweg“, sagt Jan Schmidbauer.

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Ansonsten schränke der Straßenquerschnitt die Möglichkeiten ein. Kurz gefasst: Für die Montage einer klassischen Leitplanke sei der Bischofsheimer Weg dort zu eng, ebenso für eine Mittelmarkierung. Für den „Begegnungsverkehr“ – auch mit Linienbussen – sei die Straße hingegen breit genug. Die jetzige Lösung sei nicht neu, erinnert der Fachreferent. Ähnliche Schwellen habe es bereits jahrelang gegeben, ehe sie im Zuge der Straßensanierung mit Dünnschicht-Kalt-Belag (2011) abmontiert wurden. Nun habe der Stadtdienstleister ESO das alles erneuert und korrigiert, da Experten die alte Lösung als „kontraproduktiv“ erachteten. Schmidbauer: „Die Schwellen sind jetzt höher und enger gesetzt.“

Und was ist mit einer subjektiv erhöhten Unfallgefahr? Diese Einschätzung teilt das Amt nicht. „Der Querschnitt ist ausreichend für Gegenverkehr.“ Vielleicht mit dem Zusatz versehen: Wenn man die Kurven nicht schneidet. So weit geht Schmidbauer dann doch nicht. Und eine weitere Möglichkeit schließt die Stadtverwaltung zwischen Biebernsee und Waldheim derzeit ebenfalls aus: Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30. Vielleicht ist ein „noch nicht“ hinzuzufügen...

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