Fahrgastbeirat will barrierefreien Ausbau

Schwachpunkte sind erkannt

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Diese Bushaltestelle bedarf nach Meinung des Fahrgastbeirats dringend einer behindertengerechten Umgestaltung.  

Offenbach - „Was du heute kannst besorgen. . . “ In einer notorisch klammen Kommune ist das schwierig. So gesehen sind Wünsche, die der Fahrgastbeirat nach jüngster Bustour äußert,  längst bekannt, aber eben bisher noch nicht erfüllt. „Leider“, betont Anja Georgi. Von Martin Kuhn 

Die Verantwortlichen nehmen durchaus ernst, was das beratende Gremium im regelmäßigen Turnus lobt und kritisiert, sagt die Geschäftsführerin der Gesellschaften Nahverkehr in Offenbach (NiO) und Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB). Und da mietet – wie zur jüngsten Sitzung geschehen – NiO schon mal einen Bus, um Punkte an Ort und Stelle zu begutachten. Besonders wichtig ist es für Georgi etwa, dass ein Blinder bei einer solchen Bustour mitfährt: „Uns Sehenden fallen größere und kleinere Probleme der Behinderten einfach nicht so auf.“ Beim jüngsten Exkurs ist explizit vereinbart, „positive und negative Beispiele“ in der Stadt zu begutachten. Erste Station ist die Haltestelle Neuer Friedhof/Ulmenstraße. „Da ist keine Barrierefreiheit gegeben, gerade am Friedhof ist das aber unverzichtbar. Zudem fehlt ein Wartehäuschen. Da sind dringend Verbesserungen nötig“, fasst Sigrid Isser in ihrer Funktion als Sprecherin des Fahrgastbeirats zusammen.

Das weiß auch Anja Georgi: „Dieser Haltepunkt steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste.“ Für eine bauliche Korrektur ist aber nicht NiO zuständig, sondern die Stadt. Und der fehlt das Geld... Den aktuellen Ausbaustandard inklusive Kasseler Sonderbord und sogenannten Blindenleitstreifen gibt’s während der Bustour ebenfalls zu sehen – entlang des Mainzer Rings in Bürgel. Mittlerweile sind gut 70 Prozent aller Haltestellen in Offenbach so ausgebaut. Wohl nicht allein bei den Teilnehmern sorgt an zwei Punkten des Stadtgebiets die Benennung der gut 270 Haltestellen für Verwunderung, gibt es doch drei Haltestellen mit der Bezeichnung Arndtstraße und Klinikum Offenbach. „Dort sollte eine Änderung möglich sein“, findet der Beirat. „Da finden sich selbst Einheimische beim Ein- und Umsteigen nur schwer zurecht.“ Dafür verspricht Anja Georgi schnellstmögliche Abhilfe – etwa eine zusätzliche Unterteilung in Klinikum Ost, Süd und West.

Gesundheitstage am Klinikum

Gesundheitstage am Klinikum

So etwas kann die Nahverkehrs-Gesellschaft allein machen. Abzustimmen ist das jedoch mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund. Schließlich seien die neuen Bezeichnungen in allen (überregionalen) Fahrplanbüchern korrekt einzuarbeiten. „Und das ist nur zum turnusmäßigen Fahrplanwechsel möglich“, sagt die Geschäftsführerin. Der nächste steht Mitte Dezember an.

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