Nur Fehlfunktion in Echtzeit

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Von wegen dynamische Fahrgastinformation.

Offenbach - Geht, geht nicht – geht den Kunden gewaltig auf die Nerven! Einige von Offenbachs „Dynamischen Fahrgastinformationsanlagen“ haben jenen, denen sie das öffentliche Nahverkehren eigentlich schmackhafter machen sollen, in den letzten Monaten einiges an Eigendynamik abverlangt. Von Marcus Reinsch

Die großen Anzeigetafeln führen sich immer wieder selbst ad absurdum, indem sie statt der realistischen Abfahrtszeiten der nächsten Busse und S-Bahnen nur anzeigen, dass sie nichts anzuzeigen haben – und dass sich der interessierte Passagier doch bitte am nächsten gedruckten Fahrplan orientieren möge. Diese Unzulänglichkeit soll nun möglichst endgültig ausgemerzt werden. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Anja Georgi, Geschäftsführerin der Lokalen Nahverkehrsorganisation NiO, Fachleute seien mit der Heilung der zuletzt noch drei bockenden „DFIs“ beauftragt.

Sie werden es mit den offensichtlich schwer erziehbaren Bildschirmen an den S-Bahn-Stationszugängen Marktplatz/Berliner Straße, Bieber und Kaiserlei-West zu tun bekommen. Von eben dort hatte der „Haltestellen-Kümmerer“ der NiO Ende vergangener Woche fortgesetzte elektronische Arbeitsverweigerung vermeldet; unter anderem von dort kamen bisher auch immer wieder Kundenbeschwerden.

Vorteil der Anzeigetafeln

Wann die Mission erfüllt sein wird, den eigentlichen Vorteil der Anzeigetafeln wieder verlässlich und dauerhaft herzustellen, ist unklar. Denn die erfolgreiche Verbreitung der Information, welcher Bus und welche S-Bahn wann genau wo abfahren wird, hängt stets von der komplizierten Verkupplung der Daten mehrerer Haltestellen ab. Und von denen führt jede ein Eigenleben.

Vorstellen kann man sich das so: Trifft ein Bus an einer Haltestelle ein, meldet sich ein kleiner Sender im Fahrzeug automatisch an einem in der Station untergebrachten Empfänger an. Fährt der Bus wieder los, meldet sich das Gerät ab und funkt der Gesamtdatenbank, dass der Wagen die eine Station hinter sich und die nächste unmittelbar vor sich an. Das natürlich nur, falls er nicht in einen Unfall oder Stau gerät, was zwar vorkommt, als alltäglicher Störfaktor im System aber keine große Rolle spielt.

Technik zickt herum

Umso größer scheint hingegen die Gefahr, dass die Technik selbst herumzickt. Die Kreisverkehrsgesellschaft KVG, das Umland-Pendant zur Offenbacher NiO, hat seinen Mutter-Computer mittlerweile erneuert; „da klemmt’s nicht mehr“, lobt Georgi. In Bieber hingegen sei noch ein Rechner zu reparieren und an den Tafeln Marktplatz und Kaiserlei ein Problem mit dem Einwahlknoten zu lösen. Entsprechene Aufträge seien vergeben.

Sollte die Technik schon heute wieder funktionieren, wird das allerdings nicht viel nutzen. Denn der angekündigte Streik im öffentlichen Personen-Nahverkehr wird Busse und Bahnen stillstehen lassen. Und welcher Bus wann genau nicht fährt, interessiert keinen Menschen...

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