Probefahrten kein Problem

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Machten am Samstag die Räder fit für die Saison: Nino Placentra (links) und Raphael Franz von GOABike.

Offenbach - Am ersten Samstag im April ist die Zweirad-Werkstatt der Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH, besser bekannt unter ihrem Kürzel GOAB , traditionell eine gute Adresse für Radler aus der Umgebung. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Einzig der Frühling wollte beim aktuellen Saisonstart nicht mitspielen: Bei Temperaturen um die vier Grad und grauem Himmel blieben die Besucherzahlen an der Mühlheimer Straße 185 erwartungsgemäß hinter denen vergangener Jahre zurück.

Wer jedoch das ganze Jahr über in die Pedale tritt, der lässt sich von solchen Nebensächlichkeiten nicht abschrecken. Er kommt trotzdem und profitiert von dem gebotenen Programm.

Thema Sicherheit

Als da wäre zum Beispiel das Thema Sicherheit: Beim kostenlosen Fahrrad-Check aller Modelle und Baujahre, die auf den Hof vor Halle 4 rollen, werden Antrieb, Beleuchtung, Räder, Bremsanlage und die Erfüllung der Straßenverkehrsordnung genau unter die Lupe genommen. Zur Belohnung gibt es Gutscheine über zehn und 50 Euro – natürlich auch als Anreiz, die gefundenen Mängel gleich beheben zu lassen. Oder ein neues Rad zu kaufen. Probefahrten sind nicht nur mit Mountain-, Trekking- oder Cityrädern, sondern auch mit E-Bikes und einer Royal Enfield, einem Motorrad-Oldie, möglich.

Gerhard Hoppe hat die Gelegenheit genutzt und sich ein neues Tourenrad für 900 Euro bestellt. Bereits morgen soll es im Laden stehen. Entscheidendes Kaufkriterium für ein bestimmtes Modell war für ihn die stufenlose Schaltung. Obwohl ihm bei der Probefahrt auch das „Balloonbike“ mit den extra dicken Reifen, die eine zusätzliche Federung überflüssig machen, zugesagt hätte. Das hat aber nur die normale, klackende Schaltung.

Reifen flicken, Kette ölen, Bremsen nachstellen

Dauerkunde bei der GOAB wird er deshalb wohl nicht, denn kleine Reparaturen führt der Rentner selbst aus: Hoppe: „Reifen flicken, Kette ölen, Bremsen nachstellen oder neue Räder aufziehen mache ich selbst. Für eine große Inspektion werden meine Frau und ich als Vielradler aber in Zukunft die GOAB aufsuchen.“

Auf die Frage, wie er denn als Innenstadtbewohner das neue Rad vor Langfingern schützt, weiß Hoppe ein Patentrezept: „Die beste Vorbeugung ist ein gutes Schloss. Seit 15 Jahren nutzen wir massive, sperrige Schlösser, und seitdem ist uns kein Rad mehr geklaut worden. Davor haben vier Stück den Besitzer gewechselt.“

Attraktives Zubehör und Werkstattgutscheine ist mit etwas Glück bei der großen Tombola zu gewinnen. Spitzenpreis ist ein Geocaching-Set. Für Essen und Getränke sorgen am Samstag die drei Auszubildenden. Der 27-jährige Nino Placentra ist im zweiten Lehrjahr und macht bereits seine zweite Lehre. Als begeisterter Dirt-Bike-Fahrer hat er das Hobby zum Beruf erklärt. Placentra: „Als Azubi ist man von Anfang an voll dabei, die Hälfte der Zeit in der Werkstatt und die andere beim Kundengeschäft. Wir sind alle sehr zufrieden.“ Lediglich außerhalb der Saison könne es mal Leerlauf geben. Da haben die Jungs Zeit, für Ordnung zu sorgen: Die gut aufgeräumte Werkstatt legt Zeugnis von einem langen Winter ab.

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Am häufigsten werden City- und Tourenräder erworben, seltener E-Bikes. Für ein Elektrofahrrad muss der Käufer eben mindestens 1 200 Euro hinblättern. Im Motorrad-Segment laufen die Pizza-Roller mit dem Gepäckträger-Spezialkasten gut.

Am Samstag, 27. April, gastiert die GOABike auf dem Aliceplatz. Dort findet – organisiert vom Karree Offenbach – ein großes „Sattelfest“ rund ums Fahrrad statt. Weitere Informationen: www.goabike-halle4.de.

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