Rekordbeteiligung in den Messehallen

Ungebremster Ansturm auf Fahrradbasar der Lions

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Drahtesel-Parade in der Ruhe vor dem Sturm: Mehr als 600 gebrauchte Fahrräder nahmen die Lions zum Verkauf entgegen und stellten sie nach Kategorien unterteilt in der Messehalle auf. Wenig später war kein Durchkommen mehr.

Offenbach - Wenn es noch eines Beweises bedarf, dass das Fahrrad als Fortbewegungsmittell immer wichtiger wird – der Fahrradbasar des Lions Club Offenbach Rhein-Main in den Messehallen hat ihn gestern erbracht. Die zehnte Auflage erlebte eine Rekordbeteiligung. Von Matthias Dahmer 

„Wir haben die 600er-Marke geknackt“, freut sich Stefan Rinke kurz vor 12 Uhr. So viele Räder, die verkauft werden sollen, haben der Organisator und sein 33-köpfiges Lions-Team noch nie entgegengenommen. Tatsächlich füllen schier endlose Reihen von Rädern die Messehalle, auf die später der große Ansturm von mehr als 1500 Interessenten einsetzen wird. Laufräder, Kinderräder, Tourenräder, City-Bikes, Mountainbikes, Rennräder, Elektroräder – das Angebot, nach Kategorien aufgereiht, lässt keine Wünsche offen. Die Preise bewegen sich in der entsprechenden Spanne, gehen hoch bis 1400 Euro für das gebrauchte Mountainbike eines amerikanischen Spezialherstellers.

Ebenso wie die potenziellen Käufer kommen auch die Verkäufer aus der ganzen Region. Teilweise bieten Händler ihre Gebrauchten dutzendweise an. „Jetzt kommt gerade einer mit zehn Rennrädern“, wird Organisator Rinke zugerufen. „Der löst seine private Sammlung auf und war letztes Jahr schon hier“, erklärt Rinke.

Ab 9 Uhr können die Verkäufer ihre Drahtesel abgeben, eine Stunde früher als in den Vorjahren. „Die ersten waren kurz nach acht hier“, sagt Rinke. Sie erhalten für fünf Euro einen Verkaufsbon, füllen ihn aus und legen damit den nicht mehr verhandelbaren Preis für ihr Rad fest. Die Lions kümmern sich um den Verkauf; wenn das Rad weggeht, erhalten sie ein Zehntel des Verkaufspreises. Das Geld kommt in diesem Jahr dem städtischen Projekt Deutschsommer zugute, einer Sprachförderung für Grundschüler in den Ferien.

Bilder: Fahrradbasar in Offenbach

Christian steht in der Schlange vor der Fahrradabgabe und schiebt zwei Retro-Rennräder Richtung Tresen. Er kaufe alte Rennräder, richte sie her und verkaufe sie dann weiter, erzählt der junge Mann aus Frankfurt. Beim Lions-Basar war er schon vergangenes Jahr als Verkäufer dabei. Warum Johanna aus Mühlheim und ihr Sohn Jan anstehen, ist offensichtlich: Das rote Rad, das er mit acht Jahren bekommen hat, ist dem 13-Jährigen viel zu klein geworden. „Wir hoffen, es hier verkaufen zu können und schauen auch gleich nach nach einem Größeren für Jan“, sagt seine Mutter.

Zeit zum Schauen haben sie wohl nicht wirklich. Als die Lions um 12.40 Uhr die Türen zur Verkaufshalle öffnen, werden sie vom Ansturm der Kaufinteressenten fast überrollt. Bei denen sind jetzt schnelle Entscheidungen gefragt. Ein kurzer prüfender Blick, ein vorläufiger Bremsencheck und dann geht es mit dem ausgeguckten Stück in die Nebenhalle zum Probe fahren. Dort kann es auch schon mal zu Enttäuschungen kommen: „Die Rahmenhöhe ist zu niedrig“, ist sich das junge Paar einig, das bei einem gelben Rennrad für sie zugegriffen hatte.

Bilder: Fahrradbasar in Offenbach

Wer fündig wird, geht mit seinem Wunschfahrrad zu Kasse, bezahlt bei den Lions, die dann später mit dem Verkäufer abrechnen. Die Verkaufsquote kann sich dabei sehen lassen: „70 bis 80 Prozent der Räder gehen bei uns weg“, schätzt Stefan Rinke. Im nächsten Jahr wird’s wohl nicht anders sein.

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