Lkw von nächtlicher Mainstraße verbannt

Fahrverbot geräuschlos umgesetzt

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Zwischen 20 und 6 Uhr ist die Mainstraße für Brummis ab 3,5 Tonnen tabu. Diese Regelung gilt seit Februar und umfasst auch angrenzende Straßen.

Offenbach - Seit Februar gilt auf der viel befahrenen Mainstraße ein nächtliches Fahrverbot für Lkw, die schwerer als 3,5 Tonnen sind.

Für Bürgermeister und Umweltdezernent Peter Schneider ist das Fahrverbot zwischen 20 und 6 Uhr eine weitere Maßnahme des Offenbacher Luftreinhalteplans (LRP), die erfolgreich umgesetzt ist. Regelmäßige Kontrollen der Stadtpolizei stellten bislang keine Verstöße fest. Weitere LRP-Vorhaben sollen folgen. Schneiders erste Bilanz ist eine positive: Die Einführung des nächtlichen Durchfahrtverbots sei geräuschlos, also ohne Probleme verlaufen. Einbezogen in die Fahrverbotsregelung sind die zur Mainstraße führenden Straßen wie Speyer-, Schloss- und Arthur-Zitscher-Straße. Ausgenommen sind Lieferfahrzeuge einschließlich der Laster, welche die aktuelle Großbaustelle an der Friedhofstraße bedienen.

Die Stadtpolizei kontrolliert regelmäßig und hat bisher keine Verstöße gegen das Verbot festgestellt – da zeigt die von der Straßenverkehrsbehörde angeordnete Beschilderung offensichtlich Wirkung. Diese informiert Lastwagenfahrer frühzeitig über das Fahrverbot und verweist auf das übrige Hauptstraßennetz. Das nächtliche Fahrverbot ist Teil des umfangreichen Offenbacher Luftreinhalteplans. Die Stadt begann mit den Planungen konkreter Maßnahmen im Jahr 2008, als Messwerte den Nachweis erbracht hatten, dass der Stickstoffdioxidgehalt in der Offenbacher Luft den Grenzwert überschritt.

Schutz vor weiterem unzumutbarem Lärm

Der Luftreinhalteplan zeigt die Entwicklung der Luftschadstoffkonzentrationen und deren Verursacher auf. Darüber hinaus legt er fest, wie diese Schadstoffe reduziert werden können und wie sich die einzelnen Maßnahmen perspektivisch auf die lufthygienische Situation auswirken können. Dabei müssen die Umweltbelastungen des Straßenverkehrs ebenso in den verkehrsplanerischen und städtebaulichen Alltag integriert sein wie Aktionen, die auf eine Sanierung veralteter Heizanlagen oder nicht energieeffizienter Gebäude zielen. Viele dieser Maßnahmen dienen nicht nur der Luftreinhaltung, sondern auch als Schutz vor weiterem unzumutbaren Lärm.

Die im Luftreinhalteplan enthaltenen Schritte korrespondieren darüber hinaus mit dem von der Stadt im Jahr 2010 beschlossenen integrierten Klimaschutzkonzept. Viele Maßnahmen wurden demzufolge schon vor Inkrafttreten des LRP umgesetzt. Zu nennen sind etwa die kostenlose Energieberatung für Privateigentümer und Unternehmen, die Förderung erneuerbarer Energien durch das Solarkataster oder der Bezug von Ökostrom für städtische Liegenschaften, oder das Jobticket für städtische Mitarbeiter.

Durch Anschaffung eines Verkehrsrechners 2011 wurde die Verkehrssteuerung optimiert, ein Jahr später das Parkleitsystem installiert, bis Ende 2013 wurden die Emissionen der meisten OVB-Busse auf EEV-Standard gesenkt. Mit Blick auf den innerstädtischen Verkehr wurde für Schulen und Kitas in diesem Jahr der Schülerradroutenplaner und seit 2007 das Radverkehrskonzept mit 26 Einzelmaßnahmen (Öffnung von Einbahnstraßen, Bau neuer Radwege) umgesetzt.

Weitere Schritte zur Verbesserung der Luftqualität: Erneuerung der Fahrbahn auf der Mainstraße sowie Optimierung der Verkehrssteuerung auf südlichem Ring, Waldstraße und Unterer Grenzstraße. Beide Vorhaben sollen bewirken, dass sich der Verkehr verflüssigt. Dadurch können auch die Schadstoffbelastungen weiter reduziert werden. Bürgermeister Schneider fordert vom Land, dass Einnahmen aus Bußgeldern wegen Verstoßes gegen die Umweltzone (80 Euro bei fehlender grüner Plakette) entsprechend dem Konnexitätsprinzip zu 100 Prozent bei der Stadt bleiben: „Bislang erhalten wir nur 40 Prozent von der übergeordneten Bußgeldstelle zurückerstattet, obwohl wir die kompletten Kosten für Personalaufwand und Mehrarbeit tragen.“

mad

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