„Konkreter Zeugenhinweis mit Namensnennung fehlt“

Fall Mark Herbert: Wann klicken endlich die Handschellen?

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Das Phantombild des brutalen Schlägers: Wer kennt diesen Mann?

Offenbach - Aktuell arbeiten mehrere Polizeibeamte Zeugenhinweise zum Fall Mark Herbert ab. Wann wird der brutale Schläger vom Aussichtsturmfest in Offenbach endlich verhaftet? Von Damian Robota 

Vor rund einer Woche wurde der Fall rund um Mark Herbert in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ nochmal in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht. Seitdem haben die Polizei und die Staatsanwaltschaft Darmstadt alle Hände voll zu tun. „Wir haben zahlreiche Anrufe erhalten. Zum Teil möchten die Anrufer einfach nur ihre Betroffenheit bekunden. Es gibt viele emotionale Reaktionen. Manche Anrufer planen zudem, die Summe der ausgeschriebenen Belohnung zu erhöhen“, sagte uns ein Pressesprecher der Polizei Offenbach auf Nachfrage. Für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters führen, ist von der Staatsanwaltschaft Darmstadt sowie von privater Seite eine Belohnung von 7000 Euro ausgelobt. Mark Herbert erhöht den Betrag aus eigenen Mitteln auf 10.000 Euro. Dazu kommen bisher noch weitere etwa 10.000 Euro, die Zuschauer zur Verfügung stellten.

Zeugenaussagen lassen sich nicht vor Gericht verwerten

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Die Chance, dass der brutale Schläger endlich gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden kann, scheint gestiegen zu sein. Doch: „Eine konkrete Aussage mit Namensnennung fehlt weiterhin“, bestätigt uns die Polizei sowie Oberstaatsanwalt Homm. Es ist offensichtlich bekannt, um wen es sich bei dem mutmaßlichen Täter handelt. Ob von den anonymen Zeugen immer wieder der gleiche Name genannt werde, wollte uns die Polizei jedoch nicht beantworten. „Wir wissen, wo wir klingeln müssten“, so der Sprecher. Eine Verhaftung scheiterte jedoch bisher. Die bisherigen Zeugenaussagen lassen sich nicht vor Gericht verwerten. Nach dem Strafverfahrensrecht könnte einem Zeugen auch Vertraulichkeit zugesichert werden. Dann würde in einem späteren Strafverfahren der Vernehmer (beispielsweise ein Polizist) vor Gericht für den Zeugen aussagen. „Wenn es um den Namen, beziehungsweise die konkrete Anschuldigung einer Person geht, wird keine Vertraulichkeit zugesichert“, sagte uns die Staatsanwaltschaft. Das heißt also im Klartext: Der brutale Schläger aus Offenbach bleibt weiterhin so lange auf freiem Fuß, bis ein Zeuge bereit ist auch namentlich vor Gericht auszusagen.

Täter drohen bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe

Aktuell arbeiten mehrere Beamte die Zeugenhinweise ab. Dem Täter drohen laut Oberstaatsanwalt Homm wegen versuchtem Totschlag und schwerer Körperverletzung mindestens fünf bis maximal 15 Jahre Freiheitsstrafe. Das Opfer, der damals 23-jährige Mark Herbert, wurde am 25. August 2012 kurz vor 20 Uhr vor dem Eingang des Aussichtsturms von einem bislang Unbekannten durch Schläge und Tritte lebensgefährlich verletzt. Seitdem ist der junge Mann vom Hals abwärts gelähmt. Die Polizei in Offenbach appelliert nochmals an die Zivilcourage. Der Schläger wird ebenfalls mit einem Phantombild (siehe oben) gesucht. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 069/8098-1234 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

dr

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