Eine Woche vor Urteil im Fall Tugce

Sanel M. bleibt in U-Haft: Gericht sieht Fluchtgefahr

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Offenbach/Frankfurt - Sanel M. muss auch in der letzten Wochen vor der Urteilsverkündung im Fall Tugce Albayrak weiter in U-Haft bleiben. Das Oberlandesgericht verwarf eine Beschwerde. Es bestehe Fluchtgefahr.

Kurz vor Ende des Prozesses um den tödlichen Angriff auf die Studentin Tugce Albayrak hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main die Beschwerde des Angeklagten gegen die Fortdauer seiner Untersuchungshaft verworfen. Das OLG sieht bei dem 18-Jährigen Fluchtgefahr, wie aus dem heute veröffentlichten Beschluss hervorgeht. Sanel M. muss sich seit April vor dem Landgericht Darmstadt wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Am Freitag werden in dem Verfahren die Plädoyers erwartet, kommende Woche soll das Urteil verkündet werden.

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Der Angeklagte war kurz nach der Tat Mitte November verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Gegen deren Fortdauer legte er Haftbeschwerde ein, die das OLG nun verwarf. Die Fluchtgefahr sieht das Gericht nach eigenen Angaben darin begründet, dass der Angeklagte wegen der ihm vorgeworfenen Tat in Deutschland massiv bedroht werde und daher zu befürchten sei, dass er sich ins Ausland absetzen könnte. Die Haftbeschwerde wurde laut OLG nach Erlass des Beschlusses zurückgenommen. Der 18-jährige Sanel M. soll die 22-jährige Tugce Albayrak Mitte November auf dem Parkplatz vor dem McDonalds am Offenbacher Kaiserlei nach einem Streit geschlagen haben, woraufhin sie fiel und mit dem Kopf auf den Asphalt schlug. Einige Tage später erlag sie ihren schweren Verletzungen. Der Angeklagte räumte in dem Darmstädter Prozess ein, Tugce „eine Ohrfeige“ gegeben zu haben, so dass sie hingefallen sei.

Bilder zum Tugce-Prozess in Darmstadt

dpa

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