Nicht überzogen kontrollieren

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Seit Wochen erklärt der Halter dieses Mercedes den Bürgersteig zu seinem Privatparkplatz. Das Ordnungsamt will reagieren.

Offenbach (tk) - Als Ordnungsamtsmitarbeiter Anwohner kostenpflichtig verwarnten, weil sie in ihrer ruhigen Anliegerstraße gegen die Fahrtrichtung parkten, war Empörung nicht nur der Betroffenen hörbar: Muss das sein? Ist so etwas nicht unverhältnismäßig?

Inzwischen wird in der Behörde offenbar die Parole ausgegeben, Fingerspitzengefühl zu zeigen.

Zumindest hielt Vize-Amtsleiter Frank Weber es für überzogen, einem Van-Halter ein Knöllchen zu verpassen, weil er regelmäßig in Tempelsee gegen die Fahrtrichtung parkt, aber niemanden ernsthaft behindert. Ernst M. hatte sich über den Opel in der Neuen Schneise beschwert.

Mehr im Sinne des Gemaa-Bewohners dürften die Konsequenzen sein, die Frank Weber dem Halter eines Mercedes ankündigt, der sein Auto seit Wochen immer wieder in einer engen Kurve auf den Bürgersteig stellt. Der Mann ist bereits aufgrund einer Anzeige von M. verwarnt worden, parkt aber unverdrossen und munter weiter illegal.

„Wir werden ihn aufsuchen und belehren“

Weber: „Offensichtlich hat der Fahrzeughalter sein verkehrswidriges Verhalten dadurch nicht geändert. Wir werden ihn aufsuchen und belehren. Sollte das Fahrzeug erneut dort abgestellt werden, sollte die Stadtpolizei informiert werden.“

Ernst M. hat ein weiteres, nicht Tempelsee betreffendes Verkehrsanliegen: Die Stadtpolizei sollte vermehrt an der Jet-Tankstelle am Odenwaldring kontrollieren, weil dort durch das Überfahren von durchgezogenen Linien gefährliche Situationen entstünden.

Zu aufwendig, meint Weber: Erfassung des Kennzeichens reicht nicht, der Fahrer muss ermittelt werden. „Und um erkennbare Effekte erzielen zu können, müssten diese Kontrollen in einer erheblichen Schlagzahl erfolgen, was Personal bindet und viel Zeit kostet“, erklärt der Ordnungsamts-Vize. Zudem sei diese Stelle kein Unfallschwerpunkt.

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