Finanzielle Unterstützung benötigt

Familienzentrum ZION: Vor unsicherer Zukunft

Offenbach - Das Familienzentrum ZION ist im Mathildenviertel ein Ort der Begegnung. Die Anschubförderung vom Land endet nächstes Jahr. Die Träger, Evangelische Mirjamgemeinde und Diakonisches Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau, müssen sich nach neuen Förderern umsehen. Von Rebecca Röhrich

Fröhliches Trommeln erklingt vom Hof zwischen neuer Kindertagesstätte und den Räumen des Familienzentrums ZION (Zentrum für Integration und Organisierte Nachbarschaft) in der Arthur-Zitscher-Straße. „Die fidelen Trommler“, eine Musikgruppe, die sich aus Kindergartenkindern und Bewohnern des Pflegeheims zusammensetzt, spielen dem hessischen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) ein Ständchen. Die vergangenen vier Jahre kam er jährlich mit einem Scheck von 12.000 Euro für das Familienzentrum im Mathildenviertel vorbei. Dieses Jahr ist es das letzte Mal. „Die 12.000 Euro sind eine Anschubfinanzierung, die das Land Hessen Familienzentren maximal fünf Jahre gewährt“, erklärt Barbara-Anne Podborny, Geschäftsführerin der Offenbacher Diakonie. ZION habe die Anschubförderung nun aufgebraucht. „Wir schauen uns gerade um, von wem wir künftig finanziell unterstützt werden können“, so Podborny. Klar ist, dass es auch künftig ohne Geld von Unternehmen, Kommune oder Land in der jetzigen Form nicht weitergehen wird. Davon sind alle Mitarbeiter des Zentrums überzeugt. Die Trommelgruppe ist nur eines der Projekte, die mit dem Geld vom Land gefördert werden. Auch die Ferienbetreuung und die Mutter-Kind-Wochenenden auf dem Bauernhof werden davon finanziert. „Diese Projekte haben sich gerade erst richtig etabliert“, erzählt Kita-Leiterin Gaby Flegler. Die unsichere Zukunft sei etwas, das Sorge bereite.

Sozialminister Grüttner sieht die finanzielle Zukunft von ZION optimistisch. „Es gibt Familienzentren, die schon früher aus der institutionellen Förderung raus sind“, sagt er. Einige nähmen das Gesundheitsamt in ihren Räumen auf oder böten kostenpflichtige Kurse an, um sich zu finanzieren. Außerdem sei es möglich, beim Land Förderanträge für bestimmte Projekte zu stellen. Viel Papierkrieg, meint Henning Merker, Leiter des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau, und die Konkurrenz sei groß. „Wir sind ja nicht die einzigen Träger, die Geld benötigen.“

Aber das Zentrum ist erfinderisch. Die Stelle des Sozialarbeiters wird mit Geld von der Glücksspirale finanziert. Die neue Küche, mit der ab nächstem Jahr ein Mittagstisch angeboten werden soll, hat der Lionsclub Offenbach gespendet. Über den Scheck vom Land freuen sich die ZION-Mitarbeiter trotzdem. Wenn auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Rubriklistenbild: © dpa

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