Einst als Persiflage gedacht

Bürgel - Sie gehören zur Fastnacht wie Narrenkappe, Jokusstab und Büttenrede. Durch den Orden identifiziert sich der Narr mit seiner Korporation. Nicht umsonst gilt das Ehrenzeichen als wahrer Lohn für den ehrenamtlichen Fastnachter.

Denn es gilt: Es wird ihm wahrlich nichts geschenkt, sondern ein Orden umgehängt.

Das hat selbstverständlich bei der Ranzengarde, 1904 gegründet, Tradition. Alle Abteilungen des Bürgeler Vereins trafen sich im vollbesetzten Saal der Gemeinde Pankratius zum diesjährigen Ordensfest. Die fröhliche Kunde: Auch im Jahr 2013 gibt es wieder einen Jahresorden („Allen wohl und niemand weh“) – entworfen und gestaltet von Vereinsmitglied Peter Schall und gesponsert von der Firma Ott-Verpackungen aus Obertshausen.

Die Geschichte der närrischen Orden ist übrigens so alt wie die organisierte Fastnacht selbst, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann. Eines der Gründerziele war es, das lange Zeit dem Adel und dem Militär vorbehaltene Ordenswesen zu persiflieren.

Ria Schulz und Mario Dorn erhalten lederanische Großkreuz in Gold

Vorsitzender Tobias Stephan und Robert Pies in seiner Funktion als neuer Kuss- und Ordensminister führten kurzweilig mit einer Multimedia-Präsentation durch die Veranstaltung, welche sich aber mehr und mehr zu einer Galasitzung für die eigenen Mitglieder entwickelte: Zwei Schautänze der Tanzsportabteilung, die Familie Knaddel (Maxi Winter, Donna Schwab und Vanessa Kirchner) und ein Vortrag von Raga-Mitglied Mario Dorn lockerten das Ordensfest auf.

Natürlich ließ sich Manfred Roth, 1. Vorsitzender des Offenbacher Karneval Vereins, das Fest nicht entgehen. Und natürlich hatte der amtierende Hofmarschall etwas mit nach Bürgel gebracht. Richtig... Orden! Wie es sich eben für ein Ordensfest gehört. Ria Schulz und Mario Dorn erhielten an diesem Tag das lederanische Großkreuz in Gold. Volker Brunner verlieh Roth als verdientes Mitglied bei der Garde das lederanische Verdienstkreuz. Für den Besuch bedanbkte sich Tobias Stephan ausdrücklich, hatte der OKV doch an diesem Tage selbst sein Ordensfest anberaumt.

Narren sind gerüstet

Für jede Abteilung der Ranzengarde wurde der neue Orden (hier: der Jugendorden) als Dankeschön für das große Engagement der vielen Mitwirkenden überreicht. „Alle Narren sind jetzt bestens für die kurze Kampagne gerüstet“, gab Stephan mit auf den Weg in eine zeitlich knapp bemessene Kampagne – bereits am 13. Februar ist in diesem Jahr alles vorbei. Jetzt geht es mit großem Elan auf die beiden Galasitzungen der Ranzengarde und Jugendsitzung sowie dem Kinderkostümfest zu.

Bleibt allein die spannende Frage: Wird in diesem Jahr ein Burgillaneum überreicht? Es ist die höchste Auszeichnung der Berjeler Fastnacht und wird nur einmal im Jahr an Mitglieder verliehen, „die sich in besonderer Weise für den Verein verdient gemacht haben“. Das Burgillaneum ist auf lediglich 20 Stück limitiert – und 16 Stück sind schon weg...

Darauf, wie es sich ebenfalls gehört, ein dreifaches: Gut Stuss – ahoi! 

mk

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