Konzert-Orchester feiert im Kolpinghaus

Beinschwung und Karohemden

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Gleich zweimal machen die Minis auf sich aufmerksam: im Western-Outfit mit Karohemden und mit viel Beinschwung in den grünen Gardeuniformen.

Offenbach - Er ist froh, an diesem Abend dabei sein zu können. Denn gesundheitliche Probleme hatten Ludwig Aulbach arg zugesetzt und ihn zu längerer Pause gezwungen. Von Harald H. Richter

Der über 80-Jährige saß früher in der Mitte des Elferrats, überlässt diesen Platz inzwischen dem Sitzungspräsidenten Holger Koch. Stattdessen verfolgt der Vereinsvorsitzende des Konzert-Orchesters Offenbach (KOO) nun mit Ehefrau Katharina aus der ersten Saalreihe das fünfstündige Programm bis zum guten Schluss. Es ist geprägt von einer Vielzahl tänzerischer Darbietungen und wird aufgefüllt durch vereinzelte Wortbeiträge.

Nach zirka 30 Jahren auf der Bühne nehmen „Die Doofen“ Petra Klein und Werner Konrad noch einmal den Beifall des Publikums entgegen und sodann ihren Abschied von der Narrenbühne. In launigen Worten paaren sie Ahnungslosigkeit mit Halbwissen und verirren sich redselig in den Unendlichkeiten sozialer Netzwerke.

Von Bütt zu Bütt

Von Bütt zu Bütt werfen Petra Heckelmann und Nadine Hof als „Bertel & Gustel“ einander spitze Bemerkungen zu. Soweit der Wortwitz im Programm.

Ehrung für Ludwig Aulbach: Er bekommt den Prinzenorden.

Jennifer Renner, Nathalie und Maurice Schulz sowie Deborah Goldbach verordnen dem Publikum eine Sockentherapie der besonderen Art. Ihr Handpuppenspiel erinnert manche an die „Muppet Show“. Eine visuelle Präsentation ganz anderer Art bietet die sechsköpfige Gruppe aus Petra und Karsten Heckelmann, Petra Harzer, Doris Hof, Rosemarie Karg und Ute Schulz. Ihre Schau der tanzenden Flamingos kommt erst durch das eingesetzte Schwarzlicht richtig zur Geltung. Schaurig-schöne Gruseleffekte setzt das zum dritten Mal beim KOO auftretende Quartett des TSW Town Express mit seinem tänzerisch-musikalischen Tribut an Michael Jackson. Dazu passt die „Rocky Horror Show“ bestens in die Programmabfolge, mit der die zwölfköpfig besetzten Show Dancers unter Einstudierung von Cornelia Koch die Bühne rocken.

Danach haben die an Jahren reiferen Semester des Vereins ihren tänzerischen Auftritt: die Twiggys – schon in mehr als 25 Kampagnen mit dabei. Als Männerballett wollen Björn Bergmann, Thomas Goldbach, Maurice und Volker Schulz natürlich nicht nachstehen und liefern zu reichlich Beinfreiheit eine Choreografie ab.

Viel Tanz und Playbackshow

Zumindest auf der Bühne wird viel getanzt an diesem Abend. Die Bürgergarde-Mädchen zeigen ebenso ihr Können wie die United Dancers bei ihrer KOO-Premiere und die BWR Mozart-Husaren. Mit einer Playbackshow steuern die Blau-Weiß-Roten noch ein zweites Mal zum Gelingen des Programms bei und untermauern den Willen ihrer Vereine, die Fastnachtstradition im Geist des Zusammenhalts zu bewahren und weiter zu entwickeln, in dem man unentgeltlich beim anderen auftritt.

In gleich zwei Besetzungen machen die Minis die Gäste auf sich aufmerksam: zum einen im Western-Outfit mit Karohemden und Cowboyhüten, zum anderen mit viel Beinschwung in den traditionell grünen Gardeuniformen, wieder einmal genäht von Trainerin Rosemarie Karg. „Emsig wie eh und je ist sie eine Triebfeder unserer Fastnacht“, vermerkt KOO-Senior Aulbach anerkennend. Nicht zu vergessen das Duo Chic, das mit seinen Schunkelliedern zur Stimmung beiträgt.

Bilder von der Fastnachtssitzung der KOO

Konzert-Orchester feiert im Kolpinghaus

Davon überzeugt sich das amtierende Offenbacher Prinzenpaar, Matthias I. (Matthias Hergert-Roth) und Kirsten I. von Lederanien (Kirsten Fries), das mit Gefolge seine Aufwartung macht. OKV-Chef Manfred Roth heftet bei der Gelegenheit Ludwig Aulbach den diesjährigen Prinzenorden an die ohnehin im Lauf der Jahre reich dekorierte Brust. Gegen Ende der Sitzung obliegt es wiederum dem KOO-Vorsitzenden, eine Auszeichnung besonderer Art zu verleihen: das von ihm gestiftete Großkreuz. Es erhält Sitzungspräsident Holger Koch, und der ist – ob der gelungenen Überraschung – sichtlich bewegt. Beförderungen werden auch vorgenommen, sind Motivationsschübe für die Jüngsten in der Vereinsriege ebenso wie für Aktive, die schon einige Kampagnen auf der Habenseite verbuchen können.

Den optischen Schlussakzent setzt eine farbenprächtige Lichtschau des mittlerweile achtblättrigen Kleeblatts um Trainerin Rosemarie Karg, das mit leuchtenden Majorettenstäben die mitternächtliche Bühne wahrhaft glänzend illuminiert.

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