TGO Elfer von 1896 feiern Narrenabend

Narretei auf kleiner Fläche

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Die Akteure waren nah dran am Publikum – das dabei sichtlich seinen Spaß hatte.

Offenbach - Ausgelassen sein in neuen Räumen und mit anderem Konzept – die Elfer von 1896 haben den Versuch gewagt und feierten am Samstagabend ihren Narrenabend in eher trauter Familienatmosphäre in der gutbürgerlich bewirtschafteten Waldgaststätte Rosenhöhe. Von Harald H. Richter

Lässt man die technischen Tücken bei diversen Musikeinspielungen beiseite, verzeiht kleinere Mikrofonpannen und sieht auch über hinderliche Umbaupausen hinweg, bleibt unterm Strich das ehrliche Bemühen, dem Publikum einen vergnüglichen Abend bei Speis und Trank bieten zu wollen. Da eine Bewirtschaftung am Stammsitz der Turngesellschaft Offenbach an der Sprendlinger Landstraße nicht möglich ist, hat der Traditionsverein umdisponiert und die Rosenhöhe erklommen, um dort dem närrischen Treiben eine Bühne zu geben. Das lassen die beengten Räume nicht so recht zu. So inszenieren Büttenredner und Tanzformationen sich auf eher bescheidener Aktionsfläche – immerhin nah dran am Publikum.

Einer, der diesem gnadenlos auf die Pelle rückt, ist Comedian Boris Meinzer. Seine Waffe ist das Mikrofon, die Munition sind dumme Fragen. Seit mehreren Jahren für Radio FFH unterwegs auf der Suche nach ausgefallenen O-Tönen, trifft er in Fußgängerzonen auf Opfer und ins Schwarze. „Dietzenbach aber ist ein Garant für dumme Antworten“, gibt er unumwunden zu. Als Meinzer dort einst seine ersten Opfer vors Mikro zwang, waren diese noch in der neunten Klasse, Jahre später sind sie immerhin schon in die zehnte aufgestiegen, frotzelt er. Sie gönnen sich auch mal Sommerurlaub an der Costa Cordalis oder – wer es sich leisten kann – auf den Salmonellen.

Einer, der das geschliffene Wort beherrscht, ist Protokoller Jürgen Kofink. Seiner Chronistenpflicht entsprechend, lässt er das vergangene Jahr Revue passieren. Kalauernd gegenzuhalten, ist für die vereinseigenen Gewächse anschließend nicht einfach. Jessica Pröscher versucht es trotzdem, zunächst mit einem Solovortrag als Sprechstundenhilfe und später im Duett mit Dieter Hahn, der eingefleischter Eintracht-Fan ist, aber im Kickers-Fantrikot seiner Frau die höheren Weihen der Fußballkunst nahezubringen versucht. Vereinsvize Sven Bub berichtet von einer dreiwöchigen Kur-Katastrophe im Sanatorium.

Grazilere Akzente setzen die Frankfurter „Mädscher“ vom KTC Rot Weiß. Der gleiche Verein bietet mit Jessica, Latizia, Melissa und Cyana seinen Gardenachwuchs auf. Schon seit dem dritten Lebensjahr tanzend, gibt die elfjährige Nathalie Barth vom CC Silberfunken aus Frankfurt ihr Solo-Debüt.

Offiziell wird es mit dem Besuch des OKV-Prinzenpaars. Es gibt Auszeichnungen für Ingrid Pfitzner und Vereinskassierer Erwin Göhrmann. Moderierend und musizierend gibt Lothar Maul, begleitet von Willi Duttine am Keyboard, den „Anschieber“ für die Polonaise und das Parkett frei zum Tanz.

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