Fastnachtssitzung in Rumpenheim

Die Besten aus dem Westen

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Einfach zum Niederknien: Schlagersänger Peter Rosa flirtet hübsche Gardemädels an.

Offenbach - Kleines Jubiläum für „11 unner einer Kapp“: Es war die fünfte Auflage der Fastnachtssitzung im Bürgerhaus Rumpenheim. „Wer hätte gedacht, dass wir nach fünf Jahren immer noch da sind?“, hebt der Präsident des Elferrats, Rico Longerich, zur Eröffnung hervor. Von Bettina Link

Da sind sie – und wie! Innerhalb von nur zwei Wochen sind alle Karten verkauft; der Saal im Bürgerhaus ist mit 200 Narren in Feierlaune gut gefüllt. Ein Programm aus Tanz und Musik haben Andreas Bohn und sein Organisationsteam auf die Beine gestellt. Mit von der Partie sind nicht nur Vereine aus Stadt und Kreis: Aus der närrischen Hauptstadt Köln sind die Kölschen Kosaken und aus Siegburg zwei Tänzerinnen angereist, um in Offenbach die fünfte Jahreszeit einzuläuten. Bohn ist es auch gelungen, einen Stargast zu holen: Schlagersängerin Ina Colada, deren Karriere auf Mallorca begonnen hat.

Mit Paukenschlägen eröffnen die Mühlheimer Firedancer den Abend. Das erste Helau klingt verhalten, es steigert sich im Lauf der Sitzung aber zum Gewitter. Tanzend bringen der TSC Fantasy aus Offenbach und die Haberneros der TG Nieder-Roden die Fastnachter in Stimmung. In den Wilden Westen entführen die Mädels der Mozart-Husaren. Mit pinkfarbenen Cowboyhüten heizen sie zu „Cotton Eye Joe“ ein, bevor sich Burgillas Kinderprinzen Maxi der Starke und Donna I. die Ehre geben. Sie beweisen in einem Gedicht, dass sie Offenbacher Mundart beherrschen. Die Inszenierung, die das Prinzenpaar und ihr Gefolge mitbringen, kommt so gut an, dass es eine Wiederholung gibt. Überhaupt schreien die Fastnachter den ganzen Abend über nach Zugaben.

Mit akrobatischen Elementen beeindruckt Sandra Brückmann aus Frankfurt die Gäste. Die Steckter Garde aus Stockstadt bereitet auf den ersten Gesangsbeitrag vor. Keinen Narren hält es auf dem Sitz, als sich der Saal rosa färbt und Sänger Peter Rosa die Bühne betritt – wie zu erwarten im pinkfarbenen Glitzerjackett, im Gepäck die gängigen Gassenhauer, bei denen sich das Publikum als textsicher erweist und bei „Mausi, lass mich dein Kater sein“ sofort mit einstimmt. Bei „Mendocino“ und „Himbeereis zum Frühstück“ sind die Narren vollends in Feierlaune, zu „Ich bau’ dir ein Schloss“ zünden sogar die OFC-Fans, die mit Trikot und Schal gekommen waren, Wunderkerzen an.

Sitzung „11 unner einer Kapp“ in Rumpenheim

Sitzung „11 unner einer Kapp“ in Rumpenheim

Das Eis muss die Icebreaker Guggemusik nicht mehr brechen. Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung. Mit Trompeten und Posaunen bringen die Musiker den Saal zum Beben. Auslöser des größten Gelächters ist Gerda von „Gerdas kleiner Weltbühne“ in Mühlheim. Im Paillettenkleid und mit frecher Schnauze stellt sie sich vors Auditorium, verteilt derbe Spitzen und gibt Sprüche von sich, die ausnahmslos unter die Gürtellinie zielen. Bei den Narren kommt es an.

Fast bis Mitternacht muss das Publikum auf den angekündigten Stargast Ina Colada warten. Doch die Zeit wird niemandem lang: Mit den United Dancers geht es zunächst auf die „Black Pearl“ aus dem Film „Fluch der Karibik“. In die Kinowelt führt auch der Schautanz der Tanzgarde Rodheim, die eine Inszenierung zu „König der Löwen“ zeigt. Dass kurz vor Mitternacht, nach einem fünfstündigen Programm, noch keiner feiermüde ist, zeigt der Auftritt von Ina Colada. Als die Sängerin „Rock’n’Roll“ ankündigt, sitzt niemand mehr auf seinem Stuhl, die Hände gehen in die Höhe, alles stimmt mit ein bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Bei „99 Luftballons“ und „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ bringt die Partysängerin den Saal zum Kochen. Die Gruppe Fidele Bockenheimer, die Ina Colada den Vortritt gelassen hat, setzt mit ihrem Schautanz zu Schlagerhits den krönenden Schlusspunkt.

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