Maler Alwin Dorok befasst sich mit Farben und Geometrie

Ein Offenbacher Künstler und seine Faszination für das Quadrat

Gelernt hat Alwin Dorok das Handwerk des Malers und Lackierers. Seine Leidenschaft galt jedoch schon immer der Kunst.
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Gelernt hat Alwin Dorok das Handwerk des Malers und Lackierers. Seine Leidenschaft galt jedoch schon immer der Kunst.

Von außen ist der 50er-Jahre-Bau ganz unscheinbar, doch in seinem inneren haben mehr als 50 Künstler und Medienschaffende ihre Ateliers und Kreativräume. Die Zollamt-Studios liegen direkt gegenüber vom Ledermuseum, es ist das einzige städtische Künstlerhaus in Offenbach. 2014 mietete die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) das leer stehende Gebäude vom Bund, seitdem vermietet sie es an lokale Kreative weiter. Einige von ihnen stellen wir in einer Artikelserie in loser Reihenfolge vor. Heute: Maler Alwin Dorok.

Offenbach - Für Alwin Dorok führte der Weg zur Kunst nicht etwa durch eine Hochschule wie die HfG. „Ich bin Autodidakt“, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits im Alter von zwölf Jahren habe er begonnen, Stilleben zu zeichnen. „Von meinem Konfirmationsgeld habe ich mir meinen ersten Ölmalkasten gekauft.“

Seiner Leidenschaft für den Umgang mit Farbe ist Dorok auch nach der Schule weiter gefolgt, wenn auch zunächst im handwerklichen Bereich: Er absolvierte eine Lehre als Maler und Lackierer.

„Ich habe damals in Nordhessen gelebt und hatte das Glück, in Bad Arolsen eine sehr gute Ausbildung zu bekommen“, so Dorok. Oft habe er dort am Schloss gearbeitet. Die glücklichste Fügung liegt rückblickend allerdings in der Person seines Ausbilders. „Mein Chef hatte selbst Kunst studiert und den Betrieb von seinem Onkel übernommen. Ursprünglich wollte er selbst als Künstler leben.“

Diese Geistesverwandtschaft machte Doroks Lehrjahre zu einer ungewöhnlich schönen und produktiven Zeit. „Einige der Aufträge gingen damals auch in die kreative Richtung. Die Ausbildung war ziemlich breit gefächert, wir haben zum Beispiel auch Beschriftungen von Schaufenstern gemacht.“ Was Technik und Material betreffe, habe er dort wahrscheinlich mehr gelernt, als so mancher, der Kunst studiere. „Darauf hat sich für mich alles aufgebaut.“

Während seiner Ausbildung hat Alwin Dorok jede freie Zeit genutzt, um sich mit Künstlerbiografien, Ausstellungen und Kunstkatalogen zu befassen. „1982 bin ich ins Rhein-Main-Gebiet gezogen. Dort habe ich angefangen, freischaffend zu arbeiten.“ Sehr schnell habe er Leute gelernt, die am Städelschen Kunstinstitut studiert hatten und so Zugang zur örtlichen Künstlerszene gefunden.

Doroks eigenem Schaffen ist sein handwerklicher Hintergrund stets anzumerken. Seit nahezu zehn Jahren arbeitet er bevorzugt mit quadratischen Farbflächen, die er in bewusst gewählten Winkeln zueinander anordnet. „Ich gehe mit der Malerei sehr analytisch vor“, sagt er. „Das Reizvolle am Quadrat ist, dass es eine sehr neutrale Fläche ist.“ Die Form beeinflusse immer den Farbton. Nach zahlreichen Kreis-Quadrat-Arrangements und Rautenformen ist Dorok dazu übergangen, seine Quadrate in Winkeln von 15 Grad zueinander anzulegen, sodass sie eine Rotationsbewegung andeuten.

Seit 2014 hat der 1961 in Wattenscheid geborene Maler sein Atelier in den Zollamt-Studios. Er war einer der ersten Kreativen, die mit ihrer Kunstwerkstätten dort eingezogen sind. Was ihm an dem Atelierhaus besonders gefällt, ist, wie leicht es das Netzwerken mit anderen Künstlern macht. „Schräg gegenüber von mir war jemand, der Film und Animation gemacht hat. Mit dem zusammen habe ich zum Beispiel ein Projekt für die Luminale gemacht. So etwas hätte sich woanders nie ergeben.“

Von Marian Meidel

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