Die Faszination der Schaltkreise

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Erschöpfend viele Möglichkeiten: Die Bandbreite des Bildungsangebots an den Gewerblich-technische Schulen stieß beim Tag der offenen Tür auf viel Interesse.

Offenbach ‐ Francesco steht vor den Maschinen und staunt. Nach einem aufschlussreichen Rundgang durch die Räume der Gewerblich-technischen-Schulen (GTS) ist er nun bei der Präsentation der Luftfahrtabteilung angelangt und betrachtet bewundernd die Modelle und den Flugsimulator. Von Melanie Gärtner

„Schaltkreise, Messtechnik, Hydraulik - mich interessiert alles, was mit Technik zu tun hat“, sagt Francesco. Er ist 14 Jahre alt und geht in die neunte Klasse der Friedrich-Ebert-Realschule in Mühlheim. Nach der zehnten Klasse würde er gerne an ein berufliches Gymnasium wechseln. Er nutzte den Tag der offenen Tür der GTS, um sich umzusehen und zu informieren.

Damit gehört er genau zur Zielgruppe, die die Schule erreichen möchte. „Der Tag der offenen Tür ist hauptsächlich für Schüler gedacht, die nach dem Realabschluss die Schule verlassen und eine Alternative suchen“, sagt die Abteilungsleiterin des beruflichen Gymnasiums, Ursula Grimminger-Pertz.

Technische Vorbereitung ist ein Vorteil

Die Schüler der GTS machen einen allgemein anerkannten Schulabschluss mit technischem Schwerpunkt und haben danach gute Chancen auf ein Studium. „Durch die technische Vorbereitung in der Schule haben sie oft einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern für ein Studium. Deshalb freut es mich, dass heute auch Fachhochschulen an den Informationsständen vertreten sind. Sie wissen eben, dass hier ihr zukünftiges Klientel vertreten ist.“ Außer der Fachhochschule Aschaffenburg und der TU Darmstadt waren Institutionen wie Berufsakademien, die Bundeswehr oder die IHK und regionale Firmen wie manroland, Karl Mayer und vectorsoft vertreten, die ihre Arbeiten und damit ein mögliches Betätigungsfeld in technischen Berufen vorstellten. Daneben präsentierte sich die Schule mit ihrem Angebot, den verschiedenen Bildungsmöglichkeiten.

Es gibt an der GTS drei Schwerpunkte

An den GTS kann man die Bildungsabschlüsse Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Abitur erwerben. Inhaltlich hat der Unterricht die drei Schwerpunkte Datenverarbeitung, Maschinenbau und Elektrotechnik. „Die meisten Schüler, die kommen, interessieren sich für Datenverarbeitung“, sagt Marcus Dengler. Der Lehrer für Geschichte und Maschinenbau steht am Eingang des Präsentationsraums für Werkstoffkunde, in dem Kollege Joachim Becker den Interessenten zeigt, wie man Vergütungsstahl auf Biegen und Brechen testet. „Bei uns müssen sich die Schüler aber nicht gleich für einen der Schwerpunkte entscheiden“, so Dengler. „Im ersten Halbjahr der elften Klasse werden alle drei Fachbereiche belegt, sodass die Schüler einen Überblick über alle Schwerpunkte bekommen und Grundkenntnisse erwerben. Die Entscheidung für einen Schwerpunkt ist dann erst ab dem zweiten Halbjahr notwendig.“

Neben beruflichem Gymnasium und Berufsfachschule bieten die GTS zudem auch die Möglichkeit, sich an der Fachschule für Technik zum Staatlich geprüften Techniker oder zum Facharbeiter in Metallberufen zu qualifizieren. Für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss bietet die GTS ein Berufsvorbereitungsjahr. Infos über die verschiedenen Bildungswege und Aufnahmebedingungen an den GTS gibt es auch im Internet auf

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