Offenbacher Türke wegen Schlägen und Erpressung verurteilt

Fatale Fingerabdrücke auf dem Pizzakarton

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Symbolbild

Offenbach - Die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen einen 34-jährigen Türken erhob, wogen schwer. Das Urteil des Schöffengerichts hat, auch wegen bestehender Vorstrafen, entsprechendes Gewicht: Für zweieinhalb Jahre muss der Mann hinter Gitter.

Mit einem noch unbekannten Komplizen hat er nach Überzeugung des Gerichts im April 2014 einem Bauunternehmer vor dessen Wohnhaus in Offenbach aufgelauert, um ihn zusammenzuschlagen. Später versuchte er, von seinem Opfer 3000 Euro zu erpressen. Er habe sich schriftlich bei dem 44-Jährigen gemeldet und ihm gedroht, dass die Männer ihn nochmals verprügeln würden, falls er nicht zahle, so die Anklage. Wenn er zahle, werde er die Namen seiner Peiniger erfahren und könne sie somit anzeigen. Die Staatsanwaltschaft trug auch vor, dass der Türke zweimal erwischt wurde, als er Auto fuhr, ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen zu sein. Das immerhin gab der Mann vor Richter Manfred Beck unumwunden zu.

Die anderen Vorwürfe aber leugnete er. Er habe den Bauunternehmer nicht zusammengeschlagen, sei nur zufällig dort gewesen, um auf der Straße eine Pizza zu essen. Einer von zwei Typen, die ihm verdächtig vorgekommen seien, habe ihn angesprochen und ihm gesagt, dass sie auf einen Mann warteten, der ihnen etwas schulde. Plötzlich sei ein Porsche vorgefahren, und die beiden hätten den Fahrer verprügelt. Ihm habe einer der Männer zugerufen, dass er nichts der Polizei sagen dürfe. Zufällig habe er die Schläger in einem Frankfurter Wettbüro wiedergesehen, wobei sich ihm einer als „Milan“ vorgestellt habe. Erst da sei er auf die Idee gekommen, seine Kenntnisse zu verkaufen. Er habe dieses Angebot aber nie mit einer Drohung gegenüber dem Bauunternehmer verbunden.

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Dieser sagte jedoch vor dem Schöffengericht aus, er sei eindeutig bedroht worden. Eine Nachbarin berichtete als Zeugin, einer der Täter habe kurz vor dem Überfall eine Pizza gegessen und den Karton weggeworfen; auf diesem fanden sich die Fingerabdrücke des Angeklagten. Das Gericht sah die Einlassung des Angeklagten als widerlegt an. Der Türke war als 14-Jähriger zu seinem Vater nach Deutschland gekommen, konnte sich nach Auffassung des Gerichts aber nie integrieren, hat keinen Schulabschluss, wurde immer wieder arbeitslos. Die Höhe des Urteils verdankt sich unter anderem einer Vorstrafe wegen Raubs: Er und ein Mittäter hatten einen arabisch-stämmigen Gastwirt mit dem Messer bedroht und um 280 Euro erleichtert.

tk

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