FDP-Vorstand ermuntert zur OB-Kandidatur

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Paul Gerhard Weiss soll als Bürgermeisterkandidat der FDP antreten.

Offenbach (tk) - Paul-Gerhard Weiß erbittet sich Bedenkzeit, will keinen Schnellschuss. Der Rest des Offenbacher FDP-Vorstands ist sich indes einig: Der Parteichef und Stadtrat für Schulen, Sauberkeit und Ordnung soll sich um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben.

Sagt er zu, ist der Liberale, Jahrgang 1959, am 4. September Direktwahl-Konkurrent von Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne), CDU-Fraktionschef Peter Freier und voraussichtlich mindestens einem unabhängigen Kandidaten, dem Offenbacher Uwe Kampmann.

Der Kreisvorstand ist sich sicher, dass die Arbeit von Stadtrat Weiß überparteilich Respekt und Anerkennung bei den Bürgern genießt: „Gerade in der aktuellen Situation haben viele Offenbacher die FDP ermuntert, den Stadtrat ins Rennen zu schicken und Flagge zu zeigen.“

Aktuelle Lage ist, dass die FDP nicht länger in der Regierungsverantwortung sein wird. SPD und Grüne verhandeln auf Betreiben der letzteren mit den Freien Wählern über die Bildung einer Koalition, die in der 71-köpfigen Stadtverordnetenversammlung mit 37 Sitzen die Mehrheit hätte.

„Viel erreicht und vernünftige Kompromisse gefunden“

Die FDP bedauert die Absage an eine Fortsetzung der seit 2006 bestehenden Ampel-Koalition. „Wir haben in den letzten fünf Jahren gemeinsam viel erreicht und vernünftige Kompromisse gefunden“, erklärt Fraktionschef Oliver Stirböck. Er ist sich sicher, dass dies auch in Zukunft möglich gewesen wäre. „Inhaltlich gibt es für die Absage keine überzeugenden Gründe.“ Die von den Grünen genannten Punkte seien als Begründung für die Absage allesamt ungeeignet.

Angeblich hinderliche FDP-Positionen seien teils falsch wiedergegeben oder auch gar nicht als Forderungen für Koalitionsverhandlungen genannt worden. „Da wurde etwas konstruiert“, so Stirböck. Die FDP nehme ihre neue Rolle im Stadtparlament aber an und wolle konstruktiv die Verwirklichung der Projekte des bisherigen Bündnisses unterstützen.

Hauptgrund für das Ende der Ampel dürfte der Anspruch der stärker gewordenen Grünen auf einen Sitz im hauptamtlichen Magistrat gewesen sein. Wenn die Amtszeit von Paul-Gerhard Weiß im Herbst 2012 endet, könnte Grünen-Fraktionschef Peter Schneider nachrücken. Eine vorzeitige Abwahl von Weiß soll es nicht geben, ist in den ersten Koalitionsgesprächen mit SPD und FW vereinbart worden.

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