Fehler bei Behandlung?

Fall Tugce: Wirbel um Mediziner vom Offenbacher Klinikum

Darmstadt Was geschah in der Nacht des tödlichen Schlags gegen Tugce? Für Aufregung im Prozess sorgte nun die Äußerung eines Anästhesisten des Offenbacher Klinikums.

Der fünfte Prozesstag vor dem Darmstädter Landgericht begann mit einer Überraschung. Der Vorsitzende Richter Jens Aßling gab den Hinweis, ein Anästhesist des Sana Klinikums in Offenbach habe um eine Vernehmung bei der Polizei gebeten und ausgesagt, dass bei der Notfallbehandlung Tugces „nicht alles ganz ordnungsgemäß abgelaufen“ sei. Es habe womöglich Fehler gegeben. Wie zu hören war, soll der Mediziner, der in der Tatnacht an Tugces Behandlung beteiligt war, erklärt haben, die junge Frau hätte sofort in den Schockraum des Krankenhauses gebracht werden müssen. Auch sei sie zu spät künstlich beatmet worden.

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Der rechtsmedizinische Sachverständige im Prozess sagte dann später aus, der Anästhetist habe in seiner Ausführung selbst die Ansicht vertreten, mögliche Fehler seien nicht für den Tod Tugces verantwortlich gewesen. Der Geschäftsführung des Sana Klinikums ist nicht bekannt, ob und gegebenenfalls welche Aussage ein Anästhesist des Hauses vor der Polizei gemacht hat. Man kenne keine Ermittlungsakten. „Wir dürfen dazu auch nichts sagen“, hieß es aus dem Klinikum mit Blick auf das laufende Verfahren.

Bilder zum Tugce-Prozess in Darmstadt

Das Gericht hörte zudem Zeugen, die weder zum Freundeskreis von Tugce noch zu dem des Angeklagten gehörten. Übereinstimmend erklärten sie, eine Serie von gegenseitigen Beleidigungen sei dem tödlichen Schlag vorausgegangen. Ein Student sagte zu der Heftigkeit des Schlages gegen die 22-Jährige, dieser habe geklungen, „als ob ein Auto gegen die Wand fährt“.

dpa/ad

Rubriklistenbild: © dpa

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