Den Fehlerteufel vertrieben

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Die Kinder und Jugendlichen präsentierten ihr Kunstbuch. Eine LOS-Förderung dauert in der Regel zwischen einem und drei Jahren.

Offenbach - (mk)   Lesen und Schreiben sind die wichtigsten Kulturtechniken des Menschen. Nicht selten erleben Eltern, dass gerade ihr Kind eine - oder beide - nicht ausreichend gut beherrscht. Da hilft LOS. Das steht in diesem Fall für Lehrinstitut für Orthographie und Schreibtechnik. Dass Lese- und Rechtschreibtraining auch Spaß machen kann, zeigt die Jahresarbeit.

Jedes Schuljahr knetet, formt, malt und werkelt gemeinsam an einem Kunst-Buch. Im Sommer wird das stilecht Ergebnis präsentiert - im Offenbacher Museum für Schriftkunst, wo sonst...

Die Kinder und Jugendlichen haben in den vergangenen Monaten einen Großteil der 130 Seiten des DIN-A4- Buches handschriftlich mit viel Engagement und Hingabe gefüllt. Titel: „Begriffe in Schrift - Schrift begreifen“. Selbst Schüler, die sonst nur schwer zu motivieren sind, leserlich zu schreiben, überraschten mit einem kreativen und darüber hinaus gut lesbaren Beitrag.

Nach Begrüßung durch die LOS-Leiterin Cornelia Lausmann und Klingsporchef Dr. Stefan Soltek präsentierten die Buben und Mädchen voller Stolz das Ergebnis. Das Schüler-Künstler-Buch beinhaltet Schriftbilder zu einer Überarbeitung des Gedichtes „Freiheit“ des französischen Lyrikers Paul Éluard. Mit großem Elan und viel Phantasie haben die jungen Autoren ihre Visionen von Begriffen wie Optimismus, Freiheit, Achtsamkeit und Mut in Form gebracht. Daraus resultierte ein spektakuläres, das Lesen fördernde Buch-Objekt.

Dass Muffel, die eigentlich ungern schmökern und Bücher langweilig finden, „so schön und mit Betonung die von ihnen geschaffenen kleineren und größeren Werke aus ihrem Buch lesend präsentieren“, ist für Cornelia Lausmann ein toller Erfolg. Das habe das staunende Publikum nicht erwartet. Entsprechend viel Applaus gab es. Interessant war die Vielfalt der kreativen Beiträge - „spannend, witzig, informierend, instruierend oder sogar philosophierend“. Die unterhaltsame wie lehrreiche Annäherung an Sprache fand ihre Fortsetzung in „zauberhaften Schreib- und Kommunikationsspielen“.

Mit Feuereifer waren Schüler und Gäste gemeinsam bei der Sache, als es im Klingspormuseum darum ging, aus Buchstabensalat Begriffe zu bilden, Buchstabenskulpturen zu bauen und Teekesselchen sowie pantomimisch dargestellte Begriffe vom Publikum erraten zu lassen.

Auch in diesem Jahr fand insbesondere die „Schreibwerkstatt“ Anregungen in der aktuellen Ausstellung im Museum: Gezeigt wurden Werke von Corinna Krebbers, die sich mit der Ausbildung und Auswirkung von Sprache in den Raum befassen. Ihre Arbeiten inspirierten die Teilnehmer zu eigenen Kunstwerken. Sowohl die lateinische als auch die vereinfachte Ausgangsschrift und Druckbuchstaben wurden benutzt bei der Erstellung von Wappen, Glückwunschkarten und bunten Buchstabenbildern mit eigenem Charme.

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