Feier fördert Zusammenhalt

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Meistens ist der Stand der Portugiesen, an dem Sardinen gegrillt werden, von dichten Qualmschwaden umgeben. Zum Runterspülen der klassischen Delikatesse wird landestypischer Vinho verde und eiskaltes Bier angeboten.

Offenbach ‐ In der Mitte des Platzes vermischen sich die Gerüche der Speisen aus aller Herren Länder: Links duftet es nach türkischen Lammspieße, rechts brutzeln bei den Griechen die Souflaki auf dem Grill und ein paar Stände weiter servieren die Portugiesen Sardinen und Tintenfische. Von Denis Düttmann

Beim Kulturfest der Nationen am Samstag und Sonntag konnten die Besucher eine kulinarische Weltreise unternehmen und die Spezialitäten aus den unterschiedlichsten Regionalküchen kennen lernen – und das alles auf engstem Raum rund um den Wilhelmsplatz. Die neugestaltete Fläche wurde mit der beliebten Feier als Veranstaltungsort eingeweiht.

„Das ist jetzt bereits das 23. Kulturfest der Nationen“, sagt der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Abdelkader Rafoud. „Dieses multikulturelle Fest ist nicht mehr wegzudenken und Bestandteil unserer Stadt geworden.“ Die Feier biete den Offenbachern unterschiedlichster Herkunft die Möglichkeit, sich auszutauschen und die kulturellen Eigenheiten der Nachbarn kennen zu lernen. „Wir müssen die Integrationsarbeit weiterführen und intensivieren und uns mit ganzem Herzen für einen Dialog der Kulturen engagieren“, fordert Rafoud. Oberbürgermeister Horst Schneider bezeichnete die knapp 40.000 Migranten als Bereicherung für die Stadt und appellierte an die Besucher, das Kulturfest als Manifest für den liberalen Geist Offenbachs zu verstehen. „Wir leben hier gut zusammen“, sagte der OB. „Und wie kann man das besser feiern, als beim gemeinsamen Essen und Trinken?“

Bilder vom Kulturfest der Nationen

Kultur-Fest der Nationen

Beim FC Maroc köchelt der Eintopf im speziellen Kochgeschirr Tajine, die Jordanier wenden die Falafel im siedenden Fett und bei den Kroaten kommt eine neue Ladung Cevapcici auf den Rost. „Die große Auswahl hier ist toll“, sagt eine Besucherin, die gerade einen Teller mit frittiertem Gemüse vom Stand des Deutsch-Bengalischen Kulturvereins zu einem Tisch balanciert. „Man kann von allem etwas probieren und muss nicht weit dafür laufen.“

Auf der Bühne in der Mitte des Platzes tanzen derweil zwei Mädchen vom Verein Niketon Bangladeschi in traditionellen Gewändern zu elektronischem Bollywood-Sound. Später singt der Kinderchor der Mevlana Moschee und der türkisch-islamische Kulturverein zeigt einen anatolischen Volkstanz. „Bei dem Fest haben die ausländischen Vereine auch die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt Abdelkader Rafoud. „Dazu gehört neben dem Essen natürlich auch Folklore.“

Vor der Bühne haben sich mehr Zuschauer versammelt – eine Kindergruppe führt griechische Volkstänze vor. „Ganz toll machen sie das“, schwärmt eine ältere Dame und fügt etwas wehmütig hinzu: „Wir Deutsche pflegen unsere Kultur ja nicht so.“

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