Feierlicher Doppel-Wechsel

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Ein klinisches Handgemenge zu Abschied und Begrüßung bieten dem Fotografen die (vorne von links) Professoren Hans-Jürgen Kock (neuer Chefarzt für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie), sein Vorgänger Reinhard Hofmann, Ulf W. Tunn (ehemaliger Chefarzt der Urologie) und sein Nachfolger Michael Lein. Im Hintergrund assistieren (von rechts) Pflegedienstleiterin Sabine Braun, Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt und der Ärztliche Direktor Prof. Norbert Rilinger.

Offenbach ‐ Die beiden am Montagabend feierlich im Stadtverordnetensitzungssaal verabschiedeten Mediziner sind gar nicht vollständig weg von Offenbachs Klinikum. Extrem nah dran ist weiterhin Professor Ulf W. Tunn, 26 Jahre lang Chef der Urologischen Klinik am Stadtkrankenhaus und fünf Jahre dessen Ärztlicher Direktor. Er wird dort demnächst in seiner Privatpraxis wirken. Von Thomas Kirstein

Hingegen bleibt Professor Reinhard Hoffmann als Ärztlicher Geschäftsführer der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) in Frankfurt und über das von ihm ins Leben gerufene „Traumanetzwerk“ ein enger Kooperationspartner der Offenbacher Klinik. An dieser leitete er mehr als zehn Jahre Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie. Die vergangenen fünf Jahre war Hoffmann in Doppelfunktion in Offenbach und am BGU tätig, erfüllte hier wie dort Verwaltungsaufgaben und operierte täglich. Das ist zu viel geworden. „Ich habe den Anspruch, die mir übertragenen Aufgaben hundertprozentig zu erfüllen, das ist aber wegen der enormen Vielzahl wichtiger Aufgaben und Problemstellungen nicht an beiden Orten möglich“, erläuterte Hoffmann den Gästen im Rathaus.

Sein Kollege Tunn verabschiedete sich mit einem launigen Bilderbogen auf Großleinwand - gleichermaßen ein Rückblick auf eigene Leistung und auf Weggefährten, ohne die nichts möglich gewesen wäre. Anschaulicher Vergleich des international renommierten Prostata-Spezialisten, der auch mal vier Jahre OFC-Vizepräsident war: Die im vergangenen Vierteljahrhundert in der Tunn-Klinik behandelten Menschen hätten zweimal die Commerzbank-Arena und sechsmal den Bieberer Berg gefüllt.

Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt, Stadtkämmerer Michael Beseler als Klinikdezernent und der Ärztliche Direktor Prof. Norbert Rilinger verabschiedeten zwei Chefärzte, die auf ihren Gebieten als Kapazitäten gelten und deren Renommee auf die Klinik abstrahlte.

Ihre Nachfolger sollen die Fußstapfen ausfüllen. Neuer Orthopädischer Chef-Chirurg am Starkenburgring ist Professor Hans-Jürgen Kock. Er kommt von der Hochtaunusklinik Bad Homburg und freut sich darauf, in einem Neubau wirken zu können. Der 51-jährige Spezialist für minimal-invasive, also mit kleinstmöglichen Eingriffen verbundene, Operationen will den hohen technischen und medizinischen Standard halten. „Auch unter dem Diktat einer Ökonomisierung des Krankenhausbetriebs muss erschwingliche Qualität das Ziel sein“, sagte Kock.

Prof. Michael Lein kommt von der Berliner Charité, an der er groß geworden ist. Veränderungen in der Gesundheitspolitik der Hauptstadt hätten ihn bewogen, sich erstmals für einen Posten zu bewerben - dass Offenbachs Klinik einen sehr guten Ruf in der urologischen Welt genießt, kam dabei zupass. Medizinischer Schwerpunkt des von seinem Berliner Chef Prof. Stefan Loening hochgelobten 44-Jährigen sind Diagnostik und Therapie des Prostatkrebses. Lein wird mit seiner Familie nach Offenbach ziehen. Stadtkämmerer Beseler machte ihm Mut dazu: „Wenn Ihnen Berlin gefallen hat, wird Ihnen auch Offenbach gefallen.“

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