„7. Berler Maa-Fest“

Feiern mit Kondition

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Ihr Können bewiesen die Abteilungen der TSG Bürgel. Viel Applaus bekamen die jungen Turnerinnen.

Offenbach - Wer glaubt, geselliges Feiern finde überwiegend im Sitzen statt, an Tischen und auf Bänken, bei Speisen und Getränken, dem beweisen die Bürgeler mit Schwung und Dynamik, dass man’s auch anders kann. Von Harald H. Richter

Die TSG als Ausrichter sorgt für die Schubkraft und bringt das Publikum in Bewegung – so geschehen am Wochenende beim inzwischen „7. Berler Maa-Fest“ am Reichstag.

Gleich zum Auftakt bei der Open-Air-Sommerparty am Freitagabend lassen sich nach Veranstalterschätzung rund 400 Bewegungsfreudige von den Rhythmen der Live-Band „Salsa Loca“ und der Charakteristik des Zumba-Konzepts anstecken, jener Mischung aus Aerobic und überwiegend lateinamerikanischen Tanzelementen, die das Blut in Wallung bringt.

Anders als bei anderen Fitnesstrends gibt es bei Zumba keinen pausenlos durchgehenden Beat und die Moves sind nicht standardisiert. Stattdessen erhält auch an diesem Abend jedes Lied passend zu seiner Besonderheit und zum Tanzstil eine eigene Choreografie, bei der Spaß an der Musik und kreative Bewegungen im Vordergrund stehen. Durch die Vorführungen von Abteilungsleiterin Petra Nesselhaupt und zwei Trainern auf der ESO-Bühne angeregt, gerät das Mitmachpublikum auf dem Rasen folglich rasch in Schwung. „Das Ganze kam bei den Gästen prima an“, freut sich Vorsitzender Rolf-Dieter Elsässer, der – was den Besucherzuspruch betrifft – vom bisher besten Festfreitag spricht, seit das „Maa-Fest“ 2006 aus der Taufe gehoben worden ist.

Schweißtreibend

Zur Pflege der örtlichen Gemeinschaft gehört es auch zu zeigen, was der Verein an sportlicher Vielfalt zu bieten hat. Zwar können nicht alle neun Abteilungen der TSG Bürgel auf dem Platz nahe der Schiffsanlegestelle einen Querschnitt ihres Leistungsvermögens präsentieren, weil etwa den Schützen dort eine Anlage fehlt, allemal aber die ballsporttreibenden Sparten, die Leichtathleten und die weibliche Turnriege.

Unter schweißtreibender Nachmittagssonne präsentiert Christina Bierbach mit einem Dutzend Mädchen die Ästhetik des Kunstturnens, die neben koordinativen auch konditionelle Fähigkeiten entwickelt. So vollführen die fünf bis zwölf Jahre alten Mädchen im Beisein von applausfreudigen Eltern und Geschwistern am Boden und übers Trampolin gekonnte Streck- und Hocksprünge sowie wechselseitige Übergänge. Auch der verflixt schmale Schwebebalken scheint Michelle und den anderen Schülerinnen keine Probleme zu bereiten, und so beenden sie ihre Darbietung ohne unfreiwilligen Abgang vom Gerät. Nach anderthalb Stunden haben die jungen Leistungsträger sich eine Erfrischung verdient und überlassen anderen das Vorführfeld.

Nach dem Sport wartete die Belohnung vom Grill.

Programmpunkte sind Fitness und Gesundheit mit angesagtem Lungensport, jedoch auch eine anerkannte Bewegungsform auf dem Gebiet der Reha. Später lässt Abteilungsleiter Thorsten Wollek drei gemischte Nachwuchsteams der D- und E-Jugend zum Handballturnier auflaufen. Dem Abend unter freiem Himmel verleiht Musiker und Entertainer Tom Jeutter aus Obertshausen mit seiner Formation Tom’s Jet Set den nötigen Verve mit einem ebenso breit gefächerten wie tanzbaren Repertoire aus Schlagern, Pop und Oldies. Und wer Sonntagmorgen schon wieder fit ist für einen frühen Schoppen, lässt sich den Auftritt des Hühnerbergquintetts mit Oberkrainer Stimmung im klassischen Sound nicht entgehen.

Die TSG boomt

Der Familientag beschert einem bereitwilligen Publikum noch einmal volles Mitmachprogramm: Der Turnbus macht Station am Reichstag, ein Tennisparcours ist aufgebaut, und für die Kleinsten gibt es Low-T-Ball – ein Sportspiel, das Anleihen beim „weißen Sport“ nimmt, allerdings unter Verwendung eines großen Balls.

Die Leichtathleten werfen raketengleiche Speere übern Rasen, Tanzen für Erwachsene und HipHop für Jugendliche sind weitere Programmpunkte an diesem Tag. Im mittlerweile rund 1700 Mitglieder zählenden Verein, in dessen Reihen fast die Hälfte unter 18 Jahre alt ist, bilden Sport, Spiel und Spaß eine gelungene Symbiose – beim Feiern am Mainufer ebenso wie jede Woche im Training der einzelnen Abteilungen.

„Seit es am Mainzer Ring die ESO-Sportfabrik gibt, können wir für alle Generationen noch mehr Bewegungskurse anbieten“, sagt Vorsitzender Rolf-Dieter Elsässer zufrieden, „und verstärkt kommen Interessierte auch aus dem Kernstadtgebiet zu uns.“ Es boomt also bei der nachwuchsstarken TSG, zumal ein bestens ausgestatteter Gerätefitnessraum an sieben Tagen der Woche geöffnet ist und wo bis weit in den Abend Betrieb herrscht. Auch während des „Maa-Fests“ wird in einem Info-Zelt fleißig für die Vereinsangebote geworben, ebenso für die große Herausforderung an alle Offenbacher, die sich im Rahmen der „Mission Olympic“ am 6. und 7. September im fairen Wettstreit um die sportlichsteGroßstadt Deutschlands gegen Bocholt durchsetzen wollen. Wenn das gelingt, woran niemand zweifelt, dürften die „Berler“ den gemeinsamen Erfolg genauso ausdauernd feiern. So viel Kondition steckt noch in jedem drin.

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