Fest der Vereine in Bieber

Tradition wird groß geschrieben

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Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Bieber ist der Ostendplatz. Das Fest der Vereine ist eine der Veranstaltungen, die sich kaum ein Bieberer entgehen lässt.

Offenbach - Seine Taufe hat er mit Bravour gemeistert, der neugestaltete Ostendplatz. Hunderte Bieberer und Angereiste feierten dort die 21. Auflage des Festes der Vereine. Von Veronika Szeherova

Während am Freitagabend tropisch-heiße Temperaturen herrschten, prasselte am Samstag fast sintflutartiger Regen auf ihn nieder. Doch der Boden nahm das Wasser gut auf. Zum Festbeginn um 17 Uhr genossen die Besucher die Bieberer Traditionsveranstaltung so, wie sie sein soll: gemütlich, fröhlich, gesellig.

„An beiden Tagen war das Fest gut besucht, wir sind sehr zufrieden“, sagt Heinz-Josef Lorz von der ausrichtenden Interessengemeinschaft Bieberer Ortsvereine (IGBOV). Die zweitägige Feier, die immer am letzten Juli-Wochenende im Kalender steht, lässt sich freilich nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern stemmen. „Es ist immer viel Arbeit“, sagt Hubert Wiljotti von Biebers ältestem Gesangverein Frohsinn. Der Aufbau beginnt schon am Donnerstag, abgebaut wird am Sonntag. Vier wuselige Tage, auf die die Vereine aber nicht verzichten möchten. „Es ist für uns mehr als Eigenwerbung“, sagt Rolf Krämer, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Lehmfeld. „Wir haben hier viel Spaß.“ Im vergangenen Jahr waren die „Lehmfelder“ zum ersten Mal dabei. „Unser Hackbraten war ein guter Erfolg, und deswegen machen wir ihn auch in diesem Jahr“, berichtet Krämer.

An Altbewährtem halten Bieberer gern fest

„Wie im letzten Jahr“ und „schon immer“ ist oft zu hören, wenn die Vereinsmenschen von ihrem Fest erzählen. Traditionsbewusst sind sie eben, die Bieberer. An Altbewährtem halten sie gern fest. Nicht nur kulinarisch – auch ihre Stände haben einen festen Platz. „An dieser Stelle sind wir schon von Anfang an“, erzählt Erika Betz vom Bieberer Heimatverein. Gute Weine aus Hessen hat sie im Angebot, ob weiß oder rot, lieblich oder trocken. „Wir sind der Stand, der als letztes zumacht“, schmunzelt sie, und nennt eine weitere typische Eigenschaft der Bieberer: „Wir halten immer zusammen!“

Hans-Josef Lorz von der IGBOV betont ebenfalls den guten Zusammenhalt innerhalb der „großen Familie“ der Vereine, findet aber auch kritische Worte: „An vielen Stellen fehlt der Nachwuchs. Die meisten jungen Leute wollen keine Verantwortung übernehmen. Beim ersten Gegenwind knicken sie ein.“

Klein und Groß stellen auf der Bühne ihr Können unter Beweis.

Als positives Gegenbeispiel sieht sich der Kleingärtnerverein Ost, der seit zwölf Jahren beim Fest dabei ist. „Wir beziehen junge Leute in alle unsere Aktivitäten mit ein, Alt und Jung zusammenzubringen, ist uns gelungen“, sagt der Vorsitzende Hans-Peter Maier. So stehen am Getränkestand und am Grill mehrere Generationen. Das bewährte und beliebte Essensangebot ist das Mühlenrädchen mit Zwiebeln im Brötchen, oder die scharfe Chili-Variante des runden Fleischstücks, das Feuerrädchen. „Wir haben für jeden Tag 150 Portionen vorrätig“, so Maier. „Und falls noch etwas übrig bleibt, werden wir es unter uns Kleingärtnern schnell los – der Gartengrill freut sich“, ergänzt er lachend. Mit dem Festverlauf ist er zufrieden, trotz eines kleinen Schrecks am Anfang: „Die Kühlanlage für unsere Getränke hat erst nicht funktioniert. Zum Glück hat die Firma Zilch sie gerade noch rechtzeitig in Gang gebracht.“ Er schätzt am Fest der Vereine die gute Unterstützung der Bieberer und die Möglichkeit, sich ein kleines Zubrot für die Vereinsarbeit zu verdienen.

Elf Vereinsstände, ein Süßwarenstand und ein Kinderkarussell

Die Macht über die Kasse am Stand des Gesangvereins Polyhymnia hat seit vielen Jahren Marion Neumann. „Ich bin die Frau mit dem einnehmenden Wesen“, lacht sie. Ob mit Bieberer Rollbratenbrötchen oder selbstgebackenen Kuchen, die Gäste werden bei ihr und ihren Mitstreiterinnen gut gesättigt. Singen steht aber beim Fest für sie nicht auf dem Programm, auch nicht für den Gesangverein Concordia, der mit leckeren Fischbrötchen auftrumpft. Sorgt doch traditionell der Musikverein Eintracht für die musikalische Untermalung. Auf der Bühne wird gesungen und musiziert – an den Tischen in fröhlicher Runde gegessen, getrunken und geredet.

Elf Vereinsstände, ein Süßwarenstand und ein Kinderkarussell, das alles braucht Strom. Zuständig dafür ist seit Jahren Georg Zahn. Ihm und allen anderen Helfern und Sponsoren sprechen die Organisatoren ihren Dank aus – und freuen sich auf das Fest im nächsten Jahr. Wenn der Ostendplatz mit seinem neu gebauten Kiosk wieder ein Stück schöner ist...

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