Waldhoffest

Erwarten großes Geschenk

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Ihre Forderungen nach einer Turnhalle für die Stadtteil-Grundschule machten die Waldhofer beim Fest erneut deutlich.  

Waldhof - Lautes Kinderlachen, Grillduft und Tanzmusik: Es war viel los an der Ottersfuhrstraße. Der Arbeitskreis Waldhof stellte wieder das Waldhoffest auf die Beine. Etwas, worauf die Aktiven in der Rückschau aufs vergangene Jahr nicht zu hoffen wagten.Von David Heisig 

Da mussten sie das Stadtteilfest absagen. Grund: Es gab kein Festgelände. Nun ein ganz anderes Bild. Auf dem Gelände der Krabbelstube Tagträume sind die weißen Festzelte aufgestellt. Peter Heckt, Mitarbeiter des nahen Jugendzentrums und im Arbeitskreis engagiert, fällt stellvertretend für die Aktiven ein Stein vom Herzen. Das Fest verbinde die Menschen im Stadtteil. Umso schöner sei es, dass man an neuem Ort, aber mit alten Idealen feiern könne. „Praktisches ist wichtig“, meint er mit Blick auf die Bewohner. Viele haben geholfen, sehen das Resultat. Und das kommt an: Ob Aufführungen von katholischer und evangelischer Kirche auf der Bühne, Tanz der Mädchen aus dem Jugendtreff oder Spielparcours, den die AG Orte für Kinder in der benachbarten Kindertagesstätte aufgebaut hat. Andere helfen am Grillstand oder an der Kasse. Türkische Frauen haben Gözleme (Pita mit Käse und Spinat) oder Lahmacun (türkische Pizza) zubereitet. Anwohner Severin Baron ist mit einer digitalen Kamera ausgestattet. Die Bilder werden ins Internet übertragen. „So können auch Menschen aus Waldhof, die in New York wohnen, live dabei sein“, sagt Peter Janat vom Arbeitskreis lachend. Er eröffnet zusammen mit Bürgermeister Peter Schneider die Festivität. Ein wenig angstvoll blickt man auf den neuen Rasen vor der Krabbelstube. Er ist noch nicht richtig angewachsen. Leiterin Anna Limberger nimmt’s gelassen: „Der hält.“ Außerdem sei ihr ein „Rasen mit Hügeln zum Toben“ ohnehin viel lieber, lacht sie.

Die AG Orte für Kinder hatte für kleine Besucher viel vorbereitet.

Alternativ wäre die Stelle möglich gewesen, an der in der Übergangszeit des Schulneubaus die Ausweich-Container standen. Letztlich fiel der Entschluss für die repräsentativere neue Grünfläche vor der Krabbelstube. Zaunelemente wurden entfernt, um den Durchgang zur Straße zu ermöglichen. Der Arbeitskreis möchte die gesellschaftliche Situation im Stadtteil verbessern. Was am meisten drückt, machen Spruchbänder und Schilder klar: „Danke! Vergesst nicht unsere Turnhalle“ und „Waldhof braucht ein Turnhalle“. So fordert Janat in der Begrüßung vom Bürgermeister, was alle Waldhofer wollen: „Wir erwarten ein ganz großes Geschenk.“ Oder zumindest eine positive Botschaft zum Turnhallenbau. Schneider belässt es bei Allgemeinsätzen. Er lobt die Arbeit des Arbeitskreises, den „tollen sozialen Zusammenhalt“. Janat bringt eins der Transparente herbei, um die Position zu verdeutlichen. Einen Scheck oder eine Zusage holt der Dezernent dennoch nicht aus der Tasche. Er unterstütze die Forderung. Die Turnhalle sei in der „Priorität ganz oben“. Sie taucht im Etat der Stadt für 2015 auf, so die Informationen im Arbeitskreis. Dass im Hafenviertel aber erst eine neue Schule mit zwei Turnhallen gebaut werden soll, verwundert viele aus dem Stadtteil. Auch die Fertigstellung des Schulhofs am Neubau der Grundschulzweigstelle ist ein Thema. „Das sieht noch wie eine Baustelle aus“, sagt Anwohnerin Heike Stahl-Grau. Der Schulhof nicht fertig, die Bestuhlung die alte, die Gruppenräume nicht vollendet: Für viele Bewohner ist das unverständlich. Wären doch in anderen Offenbacher Schulen die Maßnahmen abgeschlossen worden. Wahrscheinlich sei Waldhof zu weit weg von der Stadt, munkeln einige hinter vorgehaltener Hand. Unterkriegen lassen will sich der Arbeitskreis nicht. Es gebe viel zu tun, sagt Heckt. Videos und Bilder vom Fest: www.offenbach-waldhof.de

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