Wer hat im C&A gezündelt?

Offenbach (tk) - Wenn die Berufsfeuerwehr Brandstiftung ausdrücklich nicht ausschließt, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass vorsätzlich oder fahrlässig gezündelt wurde. So am Samstagmorgen, als die Brandschützer zu C&A auf dem Hugenottenplatz anrücken mussten.

Um 11.48 Uhr hatte die Brandmeldeanlage des Bekleidungshauses Feueralarm und die Sprinkleranlage ausgelöst. Im Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch etwa 90 Kunden und zwölf Mitarbeiter. Alle blieben unverletzt. Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Wehr aus Rumpenheim hatten die Mitarbeiter bereits begonnen, das Gebäude zu räumen. Feuerwehrchef Uwe Sauer lobte ausdrücklich die Angestellten, die vorbildlich gehandelt hätten.

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Es hatte sich starker Rauch gebildet, nachdem die automatische Löschanlage die an einer Stelle entstandenen Flammen erstickt hatte. Ein Feuerwehr-Trupp ging zur Erkundung unter Atemschutz mit einem Löschgerät ins betroffene Geschoss vor. Den Brandherd lokalisierten die Beamten in einem Abstellraum des ersten Obergeschosses. Dort waren Kleidungsstücke in Brand geraten. Die Fachleute der Polizei ermitteln jetzt die genaue Ursache.

Sie werden besonders der Frage nachgehen, ob jemand in dem Abstellraum mit offenem Feuer zugange war. Dabei kann es sich um einen heimlichen Raucher gehandelt haben, der seine Kippe weggeworfen hat, oder um jemanden der absichtlich Feuer an die Textilien gelegt hat.

Die Sensoren der Sprinkleranlage reagieren nach Auskunft eines Feuerwehrmanns auf Hitze. Bei einer Temperatur von 60 Grad lösen sie sofort die Beregnung aus. Die Anlage steht ständig unter Druck, einmal aktiviert schießen 20 000 Liter Wasser und mehr in die Räume, bis das Reservoir leer ist. Anhalten geht nicht.

Das erklärt mit die vorsichtige Schätzung eines sehr hohen Verlust, den C&A bei seiner Versicherung gelten machen muss: Polizei und Feuerwehr hält 300 000 Euro nicht für unwahrscheinlich. Zu einem geringen Feuer- gesellten sich beträchtlichere Wasser- und Rauchschäden.

Die Zerstörungen durch Feuer blieben auf die Abstellkammer beschränkt. Durch den entstandenen Rauch wurde jedoch die im ersten Obergeschoss ausgestellte Ware beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen. Zu verkaufen wird die Kleidung kaum mehr sein.

Die Hauptaufgabe für die 21 Männer der Berufsfeuerwehr sowie ihrer zwölf freiwilligen Kameraden aus Waldheim und jeweils sechs aus Bieber und Rumpenheim bestand in den Nachlöscharbeiten und in umfangreichen Lüftungsmaßnahmen. Abschließend mussten das ausgetretene Löschwasser der Löschanlage aufgenommen werden.

Das Geschäftshaus am Hugenottenplatz blieb für den restlichen Samstag geschlossen.

Rubriklistenbild: © Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

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