Feuer auf Jugendfarm

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Zweieinhalb Stunden lang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Offenbach (jb) - Eigentlich war der Umzug der Kinder- und Jugendfarm von der Rheinstraße an die Buchhügelallee erst für Mitte September geplant. Vergangene Nacht jedoch zerstörte ein Feuer große Teile von Farmhaus und Lager des alten Domizils.

„Mit dem, was übrig geblieben ist, sind wir im Grunde bereits letzte Nacht umgezogen“, nimmt es Simon Isser, Vorsitzender der 2003 als Verein gegründeten Farm, notgedrungen mit Galgenhumor.

Immerhin: Mensch und Tier kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die in unmittelbarer Nähe beheimateten Ponys, Kaninchen und Meerschweinchen wurden noch in der Nacht sicherheitshalber auf das neue Gelände umgesiedelt.

Teile des Farmhauses und angrenzendes Lager brannten lichterloh 

Gegen halb zwei wurde die Feuerwehr Offenbach von Streife fahrenden Polizisten alarmiert, kurz darauf gingen weitere 30 Notrufe von Anwohnern ein. Teile des Farmhauses, das vorwiegend als Aufenthaltsraum diente, sowie das angrenzende Lager brannten zu diesem Zeitpunkt schon lichterloh.

Bis vier Uhr morgens kämpften 17 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Das Farmhaus wurde durch den Brand so schwer beschädigt, dass eine weitere Nutzung nicht möglich ist. „Es ist bis auf den Fußboden runtergebrannt, da stehen nur noch die Stahlträger und Mauerreste“, erzählt Isser, der bei den Löscharbeiten dabei war und sich inzwischen ein Bild des ganzen Ausmaßes machen konnte. Die Brandursache ist bislang nicht geklärt, die Polizei ermittelt. Der Sachschaden beläuft sich auf zirka 15 .000 Euro.

Der Umzug war notwendig geworden

„Eigentlich wollten wir uns fröhlich vom alten Areal verabschieden, schließlich haben wir dort schöne Jahre verbracht“, sagt Isser etwas wehmütig. „Jetzt mussten wir eben holterdiepolter raus. Das wirft unsere Planungen natürlich über den Haufen.“ Der Umzug der Jugendfarm war wegen des vom Land Hessen geplanten Neubaus des Polizeipräsidiums Südosthessen notwendig geworden.

Zwar geht Isser davon aus, dass die Farm als städtisches Gebäude versichert war. „Unsere Infrastruktur ist aber trotzdem weg.“ Gartenwerkzeuge, Geschirr, Kleinküchengeräte, Bastelmaterial, Spiele und Bücher sind den Flammen zum Opfer gefallen. „Das hätten wir im neuen Domizil alles noch gebraucht“, bedauert er. „Momentan haben wir keinen einzigen Topf oder Löffel mehr. Die gemalten Bilder und selbst gekochten Marmeladen, die auf unserem Fest hätten verkauft werden sollen – alles weg.“

Aktionen für Schulklassen auf Eis gelegt

Die für August und September geplanten Aktionen für Schulklassen sowie die Familiensonntage sind deshalb erstmal auf Eis gelegt. „Wir müssen erst schauen, in welcher Form es weitergeht“, so der Farmsprecher. Der laufende Betrieb werde vorübergehend eingestellt. Eventuell findet das Sommerfest, das gleichzeitig als Abschied gedacht war, am 2. September dann auf dem neuen Gelände statt. Dort wurde gestern bereits eine provisorische Koppel für die Ponys gebaut.

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