Toter nach Wohnungsbrand

Defekter Kühlschrank als Ursache des Feuers

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Bild von den Löscharbeiten am Hochhaus im Nordring.

Offenbach - Ein 21 Jahre alter Mann ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei einem Feuer in einem Hochhaus im Nordring ums Leben gekommen. Brandursache war ein technischer Defekt eines Kühlschranks. Von Matthias Dahmer

Seine Wohnung stand in Flammen und beim Versuch, sich zu retten, fällt er in die Tiefe: Auch Polizei und Feuerwehr suchen  nach Erklärungen dafür, warum ein 21 Jahre alter Mann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vom Balkon seiner brennenden Wohnung im neunten Stock des Hochhauses Nordring 10 in den Tod gestürzt ist. Als gesichert gilt, dass der Student alleine in der Wohnung war und ein Fremdverschulden auszuschließen ist. „Die tödlichen Verletzungen sind nach ersten Erkenntnissen auf den Sturz aus großer Höhe zurückzuführen“, sagt Polizeisprecherin Andrea Ackermann.

Die Brandursache ist ebenfalls ermittelt: Ein defekter Kühlschrank hatte Feuer gefangen, das dem 21-jährigen dann den Fluchtweg aus der Wohnung versperrte. Fest steht auch: Das Feuer hatte Zeit, sich auszubreiten. Dass die Flammen sogar den Putz an den Wänden angegriffen haben, ist für die Wehr Indiz für eine enorme Hitze-Entwicklung. „Als der junge Mann auf dem Balkon war, gab es für ihn ein wohl kein zurück mehr in das Zimmer“, vermutet Feuerwehr-Vizechef Michael Eiblmaier.

Im Notfall auf Feuerwehr warten

Als sicher darf wohl auch gelten, dass die Eingangstür zur Brandwohnung nicht geöffnet wurde. „Sonst hätten die anderen Bewohner der Etage wegen der starken Rauchentwicklung keine Möglichkeit gehabt, ihre Wohnungen zu verlassen, um ins Freie zu flüchten.“ Spekulation ist für Eiblmaier, dass der 21-Jährige den Brand möglicherweise erst spät bemerkt hat und in der Wohnung ein Rauchmelder fehlte. „Wenn es einen solchen gab, dann ist er mit verbrannt“, sagt er.

Generelle Regeln, wie Betroffene sich bei einem solchen Feuer in einem Hochhaus verhalten sollen, gebe es nicht, bedauert der stellvertretende Amtsleiter. „Wenn möglich eine Ecke suchen, in der man noch geschützt ist“, rät Eiblmaier. Grundsätzlich bleibe aber nicht viel mehr übrig, als auf die Hilfe der Feuerwehr zu warten. Auch dem erfahrenen Feuerwehrmann Eiblmaier geht der tödliche Sturz nahe. Tote durch Brände seien leider nichts ungewöhnliches, dass aber jemand beim Versuch, sich zu retten, in die Tiefe stürze, das sei in Offenbach seit mehr als zehn Jahren nicht mehr vorgekommen.

Wohnungsbrand im Nordring

Wohnungsbrand im Nordring: Ein Toter

Alarmiert wurde die Berufsfeuerwehr um kurz vor drei Uhr von Bewohnern der neuen Hochhäuser im Hafen, die zwar einige hundert Meter entfernt liegen, von denen aus man aber freie Sicht auf das 14-stöckige Hochhaus am Nordring hat. Als die Rettungskräfte dort eintrafen, lag der 21-Jährige schon leblos auf der Straße. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Die Bewohner der oberen Stockwerke hatten sich bei Eintreffen der Feuerwehr schon in Sicherheit gebracht. Insgesamt 60 von ihnen nahmen während der Löscharbeiten die Hilfe im Betreuungsbus der Rettungskräfte in Anspruch. Der Brand war eine halbe Stunde nach der Alarmierung unter Kontrolle, und um 4 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Kurz vor 4.30 Uhr kehrten die geschockten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück. Der Nordring war während der Löscharbeiten gesperrt. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht zu beziffern.

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