Falsche Reaktion facht Feuer an

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Feuer in der Rathenaustraße: Für die Betroffenen dramatische Minuten, für die Feuerwehrleute harte Arbeit, für die Anwohner spektakuläre Abwechslung.

Offenbach - Die Flammen schlagen aus dem Fenster, der Rauch ist weithin sichtbar: Für alle Beteiligten sind es dramatische Momente, als am späten Freitagabend in der Dachgeschosswohnung eines Hochhauses in der Rathenaustraße Feuer ausbricht. Von Martin Kuhn

Da mehr als 50 Wehrleute und Rettungskräfte alarmiert sind, hat es weitreichende Auswirkungen: Für die Dauer der Löscharbeiten leitet die Polizei den innerörtlichen Verkehr weiträumig um.

Nach ersten Ermittlungen verursacht das überhitzte Abendessen der 17-jährigen Tochter der Wohnungsinhaberin die begrenzte Feuersbrunst. Als sie auch noch versucht, mittels Wasser das brennende Öl zu löschen, setzt sie so die gesamte Wohnung in Brand. Immerhin reagieren Anwohner prompt und richtig. Gleich mehrere Anrufer melden um 21.22 Uhr der Feuerwehr über die 112 einen Zimmerbrand. Die Leitstelle erhöht umgehend die Alarmstufe. Jetzt heißt es: „Feuer mit Menschenleben in Gefahr.“

Bereits auf der Anfahrt erkennt der Zugführer eine starke Rauchentwicklung aus dem 13. Geschoss des Hochhauses. Er befiehlt daraufhin alle Trupps des Löschzuges zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins oberste Geschoss und fordert Rettungskräfte nach. Am Ende sind an der Rathenaustraße 19 Mann der Berufsfeuerwehr, die gleiche Anzahl freiwillige Wehrleute und 14 Rettungskräfte tätig. Den ausgedehnten Wohnungsbrand bekämpfen die Blauröcke von zwei Seiten: über das Treppenhaus und über die Drehleiter. Um 21.49 Uhr haben sie die Flammen unter Kontrolle.

Nachlösch- und Aufräumarbeiten ziehen sich noch Stunden hin

Danach zieht man Bilanz: Die 17-Jährige hat sich unter anderem Verbrennungen an den Handgelenken zugezogen. Ein zur Hilfe eilender 53-jähriger Nachbar zieht sich bei seinem beherzten Rettungsversuch eine Rauchgasvergiftung zu. Beide werden ins Offenbacher Klinikum gebracht, zwei weitere Personen ambulant versorgt. 18 weitere Menschen, die durch das Ereignis betroffen sind, betreuen Kräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr.

Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten ziehen sich noch Stunden hin, da durch den Brand die Hauswasserleitung „auslötet“ und der Wasserschaden noch zu beseitigen ist. Die letzten Helfer rücken erst um 1.50 Uhr ab. Damit ist die Angelegenheit aber noch nicht erledigt. Für weitere Ermittlungen versiegelt die Polizei die Wohnung, die ohnehin nicht mehr bewohnbar ist. Die Höhe des Schadens steht für die Polizei noch nicht fest, die Feuerwehr gibt ihn mit etwa 75.000 Euro an.

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