Feuer zerstört Klinikstation

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Über die Drehleiter werden die Flammen gelöscht. Kurz nach 22 Uhr ist der Feuerwehr-Einsatz beendet.

Offenbach - Schon auf dem Weg ins Klinikum am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr kann Feuerwehreinsatzleiter Thomas Kutschker die Rauchsäule sehen, die vom Gelände des Krankenhauses zwischen Sprendlinger Landstraße und Starkenburgring aufsteigt. Sofort fordert Kutschker über Funk einen zweiten Löschzug nach. Die Freiwillige Feuerwehr Waldheim sowie die Berufskollegen aus Frankfurt werden alarmiert. +++ Fotostrecke +++ Von Claudia Bechthold

Rettungskräfte, Leitende Notärztin und der Einsatzleiter für den Rettungsdienst ebenso. Beim Eintreffen auf der Zufahrtsstraße zum Parkhaus des Klinikums schlagen aus einem Fenster im ersten Stock des langgezogenen Altbaus hohe Flammen, drohen auch auf das darüberliegende Zimmer überzugreifen. In einem Patientenzimmer der Psychiatrie brennt es lichterloh.

Bilder der Löscharbeiten im Klinikum

Feuer zerstört Offenbacher Klinikstation

Über das Treppenhaus und von der Drehleiter aus gehen die ersten Brandschützer gegen das Feuer vor, während andere Kräfte die von Pflegedienstmitarbeitern und Ärzten begonnene Evakuierung unterstützen. Etwa 60 Patienten werden zunächst in die benachbarte Tagesklinik gebracht.

Sechs Menschen werden zunächst vermisst. Diese Zahl hat sich schnell auf eine Person reduziert, sagt Feuerwehrchef Uwe Sauer später. Doch diese Person, ein Patient, war auch bei Redaktionsschluss nicht wieder aufgetaucht. Neun Menschen, ein Arzt, zwei Pflegedienstmitarbeiter und sechs Patienten melden sich im Verlauf des Abends mit Beschwerden. Vermutlich haben sie giftigen Brandrauch eingeatmet. Sie werden alle im Klinikum behandelt.

„Brandstiftung ist nicht auszuschließen“, berichtet Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Die Ermittlungen zur Ursache des Brandes werde die Kripo übernehmen. Der Schaden könne bei 300 000 Euro liegen, schätzt Schmidt vorsichtig, Das Gebäude ist vorerst nicht nutzbar. Der erste Stock ist vom heißen Brandrauch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch in das zweite Obergeschoss ist der Qualm gedrungen. Das Erdgeschoss könnte bezogen werden, aber technische Anlagen wie die Schwesternrufanlage sind ausgefallen. Nur das Dachgeschoss ist frei von Schäden. Das Gebäude ist gerade erst für rund 1,1 Millionen Euro renoviert worden. Vor wenigen Tagen waren die letzten Räume fertig. Die Patienten können nun zurück in die noch freien Zimmer im Altbau am Starkenburgring, die während der Renovierung als Ausweichstation genutzt worden waren. Andere Krankenhäuser bieten freie Betten an, diese müssen aber nicht genutzt werden.

Oberbürgermeister Horst Schneider, der sich selbst einen Überblick verschafft, lobt die Helfer für die „hervorragende Arbeit“.

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