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Figaro Peter Caligari liebt seine Wahlheimat Offenbach

Peter Caligari ist jetzt Ehrenobermeister der Friseur-Innung.
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Peter Caligari ist jetzt Ehrenobermeister der Friseur-Innung.

Kaum ein Friseur der Region ist so verdienstvoll wie Peter Caligari. Seit der Wahl-Offenbacher 1981 den Meisterbrief erhielt, ist er dreifacher Gold- und zweifacher Silbermedaillengewinner bei der deutschen Meisterschaft der Friseurhandwerk-Leistungsschau geworden, hat den Europa-Pokal der „Confederation Mondiale de la Coiffure“ erhalten und sich vielfach durch sein soziales Engagement hervorgetan. Caligari ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins Offenbach offensiv, der sich für die wirtschaftliche Stärkung der Stadt einsetzt, und bei der Bürgerstiftung aktiv. 1998 war er Fastnachtsprinz des Offenbacher Karneval-Vereins. Kurzum: Peter Caligari ist einer, mit dem die Stadt sich schmücken kann. Nun hat die hiesige Friseur-Innung ihn zum Ehrenobermeister ernannt.

Offenbach - „Es bedeutet mir sehr viel, da es meine Heimatinnung ist“, so Caligari. „Obwohl ich 40 Jahre lang international am Ball war, war Offenbach mir immer wichtig.“ Paris, London, New York – in seiner Funktion als Haarstylist hat er von der Welt viel gesehen. „Ob man nun im Louvre gearbeitet hat oder im Kreml, bei den Vereinten Nationen oder in der Royal Albert Hall – das war schon großes Kino.“ Und doch war seine große Liebe immer die Stadt Offenbach.

Dabei hatte seine Beziehung zur Mainmetropole anfangs auf eher wackligen Beinen gestanden. „In anderen Städten hätte ich’s leichter gehabt“, resümiert der gebürtiger Bad Homburger, den das Schicksal 1990 nach Offenbach führte. „Ich bin damals Partner geworden von einem bekannten Friseurunternehmen, Klaus Peter Ochs.“ Ochs hatte ihm angeboten, in Offenbach einen großen Salon mit vielen Mitarbeitern zu übernehmen. „Das nennt man dann Franchise-Partner. Ich vertrete nach außen hin seine Marke, und er bürgt für das Finanzielle.“ Ein verlockendes Angebot, das Caligari dankend annahm. Doch so gut, wie seine Friseurläden in der Bieberer und Berliner Straße heute dastehen, war es zu Beginn beileibe nicht. Heute habe er 6 000 Kunden in seiner Kartei, 40 Prozent davon stammten aus Stadt und Kreis Offenbach. „Aber anfangs war es die nackte Existenzangst“, berichtet er. „Lange Jahre konnte ich keinen Urlaub nehmen, oft bin ich vor der schwarzen Null gestanden.“ Die Preise, die er im benachbarten Frankfurt für seine Frisuren verlangen konnte, waren im deutlich weniger wohlhabenden Offenbach undenkbar. „Mit normalen Preisen hätte ich zumachen können“, so Caligari. Doch der findige Geschäftsmann biss sich durch. „Es war ein Kampf, aber ich habe ihn gewonnen.“ Nicht zuletzt auch dank seines sozialen Engagements in Vereinen, die ihm halfen, in der Stadt bekannter zu werden und nach und nach eine Stammkundschaft aufzubauen. Genau dieser Prozess war es schließlich auch, der Peter Caligari so eng mit Offenbach verbunden hat.

Seine beiden Friseurläden hat Peter Caligari inzwischen in die Hände seines Nachfolgers Carlos Weiss weitergereicht. Er selbst ist mittlerweile offiziell im Ruhestand. Das Team ist aber das gleiche geblieben, zwei langjährige Caligari-Mitarbeiterinnen führen die Geschäfte.

Heute liegt Caligari besonders am Herzen, wie die Stadt von außen wahrgenommen wird. „Ich möchte, dass Offenbach im Rhein-Main-Gebiet als hundertprozent vollwertiger Partner im Reigen der Mitbewerber akzeptiert wird.“ Ihm sei wichtig, dass mit den Mitteln des Marketings Offenbachs Image-Problem gelöst werde. Diesbezüglich sei die Stadt schon auf einem guten Weg, räumt er ein. „Aber wir brauchen mehr Selbstbewusstsein.“

Als frisch ernannter Ehrenobermeister der Friseur-Innung will Peter Caligari seine Chancen nun nutzen, um handwerkspolitisch wieder aktiv zu werden und sich für die Belange seiner Zunft einzusetzen. „Ich habe schon im Vorfeld gesagt: Alleine mit einer Urkunde lasse ich mich nicht abspeisen“, sagt er und lacht. „Wenn, dann möchte ich weiterhin für die Friseurinnung einiges meistern dürfen, und das hat man mir auch zugesagt.“

Von Marian Meidel

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