Letzte Einstellung am Bieberer Berg

Film über Offenbacher Glaubensorte für den Kirchentag

Stefanie Scheidler stellt im Film den Bieberer Berg vor - natürlich im Fan-Outfit und mit OFC-Ente auf dem Wagen.
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Stefanie Scheidler stellt im Film den Bieberer Berg vor - natürlich im Fan-Outfit und mit OFC-Ente auf dem Wagen.

Regelmäßig werden Filme veröffentlicht, die Offenbach zum Thema haben – und meist kommt die Stadt dabei schlecht weg, es werden Vorurteile und Klischees zelebriert. Nun, zum ökumenischen Kirchentag in Frankfurt, wird auch ein Film vorgestellt, der sich mit Offenbach beschäftigt: Unter dem Titel „Mein Offenbach – mein Glaubensort“ wird Offenbach als Stadt gezeigt, in der verschiedene religiöse Gemeinschaften friedlich zusammenleben.

Offenbach - Als die Entscheidung fiel, dass Frankfurt Gastgeber des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2021 werden soll, war von einer Beteiligung Offenbachs noch keine Rede, schließlich gab es das eigenständige Dekanat Offenbach. Doch inzwischen sind die Protestanten Frankfurt und Offenbachs vereint und so ist es nur konsequent, dass auch Offenbach entsprechend auf dem Kirchentag vertreten ist. Und da es sich um den dritten ökumenischen Kirchentag handelt, der vom 13. bis 16. Mai gefeiert wird, passt es, dass katholische und evangelische Christen gemeinsam ihre Heimatstadt in bewegten Bildern vorstellen.

Sieben Akteure aus Offenbacher Gemeinden beider Konfessionen hatten sich dafür getroffen, online selbstverständlich, wie Stefanie Scheidler von Sankt Pankratius betont. „Wir haben Ideen gesammelt, wie wir Offenbach und die unterschiedlichen Gemeinden und Glaubensorte präsentieren können“, sagt sie. Im März haben dann vier von ihnen ein Drehbuch entwickelt. „Das war aber so umfangreich, dass wir uns entschlossen haben, zwei Versionen des Films herzustellen“, sagt Sven Herget, Leiter der Medienarbeit im Bistum Mainz.

Eine Länge von maximal vier Minuten sei vom Kirchentag vorgeschrieben worden – zu wenig, um alles unterzubringen. „Wir haben dann eine zwei Minuten längere Version zusammengestellt, die frei im Internet auf Youtube zu sehen ist“, sagt Herget.

Der Dreh selbst sei unter Coronabedingungen eine kleine Herkulesaufgabe gewesen, schließlich mussten Masken- oder Abstandsgebote beachtet werden. „Wir haben uns von der Stadt Drehgenehmigungen und eine Befreiung von der Maskenpflicht für den Dreh geholt“, sagt er, „und haben es tatsächlich geschafft, alle Szenen an einem Tag aufzunehmen – die letzte Einstellung vor dem Kickers-Stadion“.

Gedreht wurde am 15. April: Durch ganz Offenbach führt der Film, beginnend bei der Französisch-reformierten Kirche in der Innenstadt. „Offenbach“ wird dabei durchbuchstabiert. Das „O“ stehe für Offenheit, schließlich leben je eine jüdische, altkatholische, freireligiöse, französisch-reformierte, neuapostolische, griechisch-orthodoxe Gemeinde, sowie zwei buddhistische Tempel, neun Moscheegemeinden und je zwölf Kirchen beider Konfessionen friedlich zusammen. Ausführlich werden die ökumenische Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ oder die Caritas-Straßenambulanz vorgestellt. Günter Krämer, einer der Initiatoren von „Essen und Wärme“ betont, dass es um mehr als um reine Versorgung mit Nahrung gehe: menschliche Zuwendung stehe ebenso im Fokus.

Auch der Bieberer Berg wird als Glaubensort vorgestellt – nicht nur in Kirchen, Moscheen oder Tempeln werde gebetet, „auch hier gehen viele Stoßgebete gen Himmel“, sagt Scheidler und lacht. Für die Einstellung vor dem Stadium habe sie sich extra die OFC-Ente ihrer Mutter ausgeliehen.

Die Langversion des Films ist unter t1p.de/tfbo abrufbar, Infos zum Kirchentag unter oekt.de.

Von Frank Sommer

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