Finanzamt-Panne: Sensible Daten an Fremde verschickt

Offenbach - (ad.) Da staunten zwei Offenbacher nicht schlecht: Post vom Finanzamt - der Fiskus schickt die üblichen Belege für die Steuererklärung wie Quittungen, Kontoauszüge und Versicherungsbescheinigungen zurück. Doch statt der eigenen Unterlagen sind es die eines völlig Fremden.

Adressiert waren die Schreiben korrekt. Doch die Unterlagen, die etwa Frau D. aus Offenbach vor einigen Tagen ins Haus flatterten, gehörten einer ihr unbekannten Dame aus dem Kreis. Ihre eigenen, die unter anderem Auskunft über ihre Spendenfreudigkeit oder den Stand ihrer Riester-Rente gaben, bekam D. nach einem Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter kommentarlos zugeschickt. Die fremden Belege hatte sie natürlich umgehend ins Finanzamt zurückgebracht. Als D. die Geschichte im Büro zum besten gab, staunte sie nicht schlecht als Kollege P. berichtete, ihm sei eben das gleiche passiert.

Iirren sei nun mal menschlich, sagen die Chefs

Trotz alledem: Einzelfälle, da sind sich Dieter Ondracek, Vorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft, und Peter Schwarz vom Finanzamt Offenbach einig. Unisono betonen beide auch, dass so etwas eigentlich nicht passieren dürfe, aber irren sei nun mal menschlich.

Ob der Name auf den Belegen mit dem auf dem Rücksende-Kuvert übereinstimmt, wird nach dem Eintüten durch den Sachbearbeiter oder die Poststelle nicht noch einmal kontrolliert. Allein vom Finanzamt Offenbach, zuständig für Stadt und Kreis, werden laut Schwarz täglich Dutzende von Umschlägen mit Belegen verschickt.

Für Fälle, wie die von D. und P., gibt es keine gesetzliche Regelung. Wären ihre Belege in falsche Hände gelangt - über Kontodaten oder Versicherungsnummern ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet - müsste im Falle eines Falles der Staat den Schaden bezahlen.

Rubriklistenbild: © Pixelio

Kommentare