Finkbeiner setzt auf Offenbach

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Gerd Finkbeiner

Offenbach ‐ Der Offenbacher Druckmaschinhersteller „manroland“ will die Flaute in der Branche ohne Staatshilfe überstehen und sieht sich auch finanziell gewappnet, um die schwierige Situation zu meistern. Von Achim Lederle

Wie der Vorstandsvorsitzende der „manroland" AG, Gerd Finkbeiner, in einem Interview der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sagte, ist der Druckmaschinenbauer bald komplett schuldenfrei und setzt in Zukunft auch auf Kooperationen im Digitaldruckbereich.

Nachdem der größere Konkurrent Heidelberger die Fusionsgespräche mit dem weltweit zweitgrößten Hersteller „manroland“ abgebrochen hat, ist das Thema Zusammenschluss für Finkbeiner jedoch noch nicht beendet. Zwar sagte er gegenüber der „FAZ“: „Wir planen eigenständig“, betonte jedoch gleichzeitig: „In unserer Branche waren Übernahmen und Fusionen in den letzten 15 Jahren immer auf der Tagesordnung. Gerade heute ist die Branchenkonsolidierung jedoch ohne Alternative.“

2006 verkaufte der MAN-Konzern seine Druckmaschinentochter für 654 Millionen Euro an die Allianz-Tochter Allianz Capital Partners (ACP). Der Einstieg des Finanzinvestors habe „manroland“ „eindeutig weitergebracht“, so Finkbeiner in der Zeitung. Die Gesellschafter ACP und der MAN-Konzern, der weiter mit 35 % an „manroland“ beteiligt ist, werden laut Finkbeiner das verbliebene Fremdkapital vollständig durch Eigenkapital ablösen. Staatshilfe wie bei Heidelberger sei „dank der Unterstützung durch unsere Gesellschafter für uns kein Thema“. Wie unternehmensnahe Kreise gegenüber dieser Zeitung unterstrichen, gebe es dadurch in Zukunft große Handlungsspielräume für „manroland“.

Standort besonders leistungsstark

Finkbeiner setzt in jedem Fall weiter auf den Standort Offenbach. „Wir werden nächstes Jahr im Bogenoffset noch ein einziges Werk haben, vor zehn Jahren waren es noch fünf im Rhein-Main-Gebiet. Dieses Werk in Offenbach ist heute in der Lage, die gleiche Kapazität abzubilden wie die fünf zuvor. Deshalb ist dieser Standort besonders leistungsstark“, so Finkbeiner in der „FAZ“. Der Vorstandsvorsitzende sagte den Mitarbeitern trotz seines grundsätzlichen Optimismus ein schwieriges Jahr 2010 voraus. Da kein Ende der Auftragsflaute abzusehen sei, werde der Personalstamm insgesamt auf rund 7000 Mitarbeiter schrumpfen. Erst Anfang der Woche hatte „manroland“ den sozialverträglichen Abbau von weiteren 450 Jobs in Offenbach bis März 2011 angekündigt (wir berichteten). Finkbeiner hofft weiterhin, ohne Kündigungen die Krise zu überstehen. Wie er sagte, „hilft uns natürlich die Ausdehnung der Kurzarbeit sehr“. Er erklärte weiter: „Ich gehe davon aus, dass diese Maßnahmen reichen werden.“

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