Übernahme nicht generell ausgeschlossen

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Die Reinigung städtischer Immobilien wie Rathaus oder Schulen ist neu vergeben. Die GBM betont, die gewählte Firma zahle Tariflohn. Die bisherigen Reinigungskräfte können sich bei dem Unternehmen bewerben.

Offenbach - Die Reinigungsdienste in städtischen Liegenschaften sind neu vergeben. Wie die Gebäudemanagement Offenbach (GBM) gestern mitteilte, hat das Neu-Isenburger Unternehmen All Clean bei der europaweiten Ausschreibung das Rennen gemacht.

Befürchtungen der städtischen Personalvertretung, wonach die bisherigen Reinigungskräfte ausdrücklich nicht erwünscht sind in der neuen Firma, haben sich dabei zwar nicht bewahrheitet. Ob die Betroffenen aber weiterbeschäftigt werden, ist offen. „In den Vertragsverhandlungen konnte die Geschäftsführung bei dem Reinigungsunternehmen erwirken, dass alle Mitarbeiter, die von Kündigungen durch die bisherigen Reinigungsunternehmen betroffen sind, sich bei All Clean bewerben können“, schreibt die GBM. Das Reinigungsunternehmen stehe Neubewerbungen des bisherigen Reinigungspersonals grundsätzlich positiv gegenüber.

All Clean wird ab dem 1. Januar zunächst für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung seitens der GBM mit dem Reinigungsbetrieb städtischer Liegenschaften beauftragt. Das Neu-Isenburger Unternehmen habe das wirtschaftlichste Angebot erstellt, wodurch sich eine Einsparung ohne Kürzung der bisherigen Qualität und Leistung in einem hohen sechsstelligen Betrag gegenüber dem bisherigen Auftragsvolumen in Höhe von 2,7 Millionen Euro ergeben habe. Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage sei die Stadtwerke-Unternehmensgruppe, zu der die GBM gehöre, aufgefordert, einen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts zu leisten.

Bei der Ausschreibung, so die GBM weiter, seien auch nicht-monetäre Kriterien berücksichtigt worden. So habe der Bieter mit der Abgabe seines Angebots unter anderem erklärt, dass er seinen Arbeitnehmern gemäß Rahmentarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk den aktuellen ortsüblichen Tariflohn zahle. Das bedeute, dass ab 2015 ein Stundenlohn von 9,55 Euro gelte. In der Vergangenheit seien die Aufträge zur Betreuung der Objekte meist einzeln vergeben worden, so dass bisher fünf Unternehmen mit der Erbringung von Reinigungsdienstleistungen beauftragt gewesen seien. „Alle Verträge mit den Subunternehmen waren bis Ende des Jahres befristet, so dass eine Neuausschreibung zum derzeitigen Zeitpunkt geboten war“, so die GBM.

Für die Betreuung des Verfahrens hat die GBM eigenen Angaben zufolge auf die fachliche Unterstützung des externen und in europaweiten Ausschreibeverfahren erfahrenen Ingenieurbüros Canzler aus Frankfurt zurückgegriffen. Darüber hinaus beauftragt die GBM das Ingenieurbüro mit der Qualitätskontrolle, die stichprobenhafte Gespräche mit dem eingesetzten Reinigungspersonal zur Einhaltung der vertraglich vereinbarten Entlohnungsgrundsätze einschließt. Die GBM ist von der Stadt Offenbach unter anderem mit der Erbringung von Leistungen des infrastrukturellen Gebäudemanagements für öffentliche Gebäude wie Schulen, Jugendzentren und Liegenschaften der Stadtverwaltung beauftragt. Weitere Leistungen wie das regelmäßige Putzen sowie Grund-, Glas- und Sonderreinigungen oder das Stellen von Hygieneartikeln erbringen Nachunternehmer wie All Clean, die von der GBM damit beauftragt sind.

(mad)

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