Ärger mit der Telekom

Enttäuschtes Vertrauen

Offenbach - Geschäftsmann Michael Hoffmann überschreibt mit „Chronologie der Unfähigkeit“, was er sich über seine bald acht Wochen Leidenszeit mit der Deutschen Telekom notiert hat:  Von Thomas Kirstein

Seit dem 18. Februar ist der Kommunikationsriese nicht in der Lage, der Firma Rhein-Main-Events-GmbH einen reibungslos funktionierenden Telefon- und Internetanschluss zu gewährleisten. Der im Veranstaltungs-Catering tätige Offenbacher mag sich gar nicht ausrechnen, was ihm an Aufträgen entgangen ist, weil seitdem sein Büro in Rumpenheim regelmäßig nicht erreichbar ist: „Wir nehmen an etlichen Ausschreibungen teil, ich weiß nicht, wie viele Anfragen für unsere Hospitality beim JP-Morgan-Lauf in Frankfurt verschütt’ gegangen sind.“

Dabei hatte Hoffmann großes Vertrauen in die Telekom gesetzt und im Herbst den Wechsel vom bisherigen Anbieter beantragt – um alles aus einer Hand zu haben. Am 18. Februar wird der frühere Anschluss gekappt. Die neue Internet-gestützteLeitung erweist sich sofort als instabil. Die Telekom-Beschwerdestelle vertröstet. Zwei Tage später versucht der Techniker einer Fremdfirma erfolglos, den Schaden zu beheben. Am 24. Februar analysiert ein Telekom-Techniker ein Kabelproblem und bastelt: Jetzt sollte es funktionieren... Tut es aber nicht.

Telekom findet Fehler nicht

Hoffmann wird zunehmend gereizt, auch in der bis 9. März täglichen Handy-Kommunikation mit der Telekom. Die lässt zwischenzeitlich das Trottoir vor seinem Haus aufgraben und alte Teile ersetzen. Bis 17. März wird testweise die Übertragungsgeschwindigkeit mal nach oben, mal nach unten gedreht. Ohne dauerhaftes Ergebnis, es hakt weiter. Noch ein Techniker versucht’s: „Ich hab’ jetzt eigentlich alles gemacht, was ich tun könnte...“ Telekom: Es werde wohl noch etwas dauern, es könnten auch andere Anschlüsse betroffen sein. Man müsse nur den Materialfehler „irgendwo finden“.

Der Rumpenheimer wendet sich an unsere Zeitung, wir uns an die Telekom-Pressestelle. Mit gewissem Erfolg: Die Etage „Telekom Vorstand Services“ nimmt am 19. März Kontakt zu Hoffmann auf. Top-Techniker mit Detektoren forschen am 26. März zwei Stunden lang intensiv. Mit dem Ergebnis, dass ihm eine „50 000er-Leitung“ für fünf Euro im Monat zusätzlich gelegt wird. Hoffmann sagt begeistert zu. Am 31. März beklagt er sich, dass seitdem Funkstille herrscht.

Keine Stellungnahme der Telekom

9. April: Eine interne Box ist ausgetauscht, Rhein-Main-Events bis Wochenanfang einigermaßen störungsfrei mit der Außenwelt verbunden. Gestern, kurz vor 12 Uhr, mailt Hoffmann: „Fehler häufen sich wieder: Telefonatabbrüche, anschl. nicht mehr erreichbar. Telekom kontaktiert. Warte auf Rückruf...“ Die Redaktion würde gern vertieft über das technische Problem berichten, wartet jedoch trotz Bitte immer noch auf eine Stellungnahme beziehungsweise einen Erklärungsversuch der Telekom. Bedauerlich: Will das Unternehmen doch bis 2018 alle analogen Anschlüsse aufs „Voice over IP“ umgestellt haben, das Michael Hoffmann und möglicherweise andere Offenbacher derzeit zur Verzweiflung bringt.

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