Restaurant „Amulett“

Fisch trifft Sauerkraut

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Nasir Döner und Nuhi Avdyli im Restaurant „Amulett“, das sie kürzlich in den Räumen des früheren Puszta Tscharda eröffnet haben. Es ist neu gestaltet, die Wände schmücken Bilder der Bieberer Künstlerin Astrid Burkart.

Bieber - Wer in Bieber zum Döner geht, bekommt nicht etwa Fleisch vom Spieß im Brotfladen. Sondern erlesene mediterrane und deutsche Spezialitäten. Von Veronika Schade 

Nasir Döner und Nuhi Avdyli heißen die Gastronomen, die Biebers kulinarische Szene künftig mit ihrem Restaurant „Amulett“ bereichern möchten. Nach fünf Monaten Leerstand kehrt damit neues Leben in die Räume an der Aschaffenburger Straße 13 ein. Der Vorgänger, das ungarische Restaurant Puszta Tscharda, musste nach anderthalb Jahren die Koffer packen. Nicht etwa, weil die Geschäfte nicht gelaufen wären. Im Gegenteil, das Restaurant war über Biebers Grenzen hinaus bekannt, es wurde unter anderem vom „Journal Frankfurt“ empfohlen. „Gutes Wirtschaften und gute Küche sind zwei Paar Schuhe“, sagt Hauseigentümer Stefan Burkart. Es seien entscheidende Fehler gemacht worden. Wie sehr er es bedauert, ist ihm anzumerken.

Doch nun blickt er optimistisch in die Zukunft. Viele Interessenten hätten sich für die Lokalflächen gemeldet, er habe ganz unterschiedliche Angebote bekommen. „Aber konkrete Konzepte hatte kaum jemand.“ Anders Döner und Avdyli, deren klare Vorstellungen sich mit seinen deckten. Und denen er zutraut, diese umzusetzen. Die beiden Köche haben Erfahrungen in namhaften Restaurants vorzuweisen. So arbeitete Avdyli viele Jahre im Landgasthof Saalburg, der immer wieder mit Preisen ausgezeichnet wird. Döner wiederum lernte viel über die edle Küche, als er nach Erwerb seines Gesellenbriefs im Jahr 1999 eine Stelle im Schlosshotel Königstein antrat. „Da ging es um echte Feinheiten. Eine lehrreiche, gute Zeit“, erinnert er sich.

Kennengelernt haben sie sich 1995 als Kollegen in einem Restaurant in Bad Homburg. Sie blieben in Kontakt, auch als sich die beruflichen Wege trennten. Gemeinsam ein Restaurant zu betreiben, ist ein in Erfüllung gegangener Wunsch. Dabei hat Döner sich seit 1992 vom buchstäblichen Tellerwäscher hochgearbeitet: „Damals bin ich aus der Türkei gekommen. Ich habe mich auf eine Anzeige beworben, als eine Küchenhilfe gesucht wurde.“ Er arbeitete in mehreren Betrieben als Spüler, durfte irgendwann mehr machen, schloss die Kochlehre ab. Und scheut sich nicht, Dinge auszuprobieren. Ob kreative Küche oder klassischer Krustenbraten. „Klar esse ich Schwein“, gesteht er lachend. „Als Koch muss ich doch wissen, wie’s schmeckt, was ich zubereite.“

Wobei solch Deftiges im „Amulett“ nur auf der Wochenkarte oder als Tagesempfehlung auftaucht. Die Speisekarte selbst ist klein gehalten, dafür umso feiner. Es wird Wert gelegt auf Bekömmlichkeit und Frische. Pommes gibt es auf Wunsch nur für Kinder, aus frischen Kartoffeln zubereitet. Ansonsten trifft sich scheinbar Widersprüchliches zu einem Geschmackserlebnis. Wie wäre es mit frittiertem Vanilleeis? Oder Zander mit cremigem Sauerkraut? „Dessen saure Note ergänzt den Fisch ganz wunderbar“, schwärmt Döner.

Wert legen der 47-Jährige und sein 40-jähriger Partner, dessen Schwerpunkt die Desserts sind, auf eine ansprechende Gestaltung der Speisen. „Das Bieberer Amulett aus Schokolade zu gießen, ist eine Herausforderung. Aber es klappt immer besser“, sagt Avdyli, der ursprünglich aus dem Kosovo stammt. Es gibt außerdem immer einen Gruß aus der Küche. „Der Gast bekommt gute Portionen für sein Geld“, versprechen sie. Bisher stemmen die beiden den täglichen Betrieb allein. „Wir hoffen, dass uns die Bieberer gut annehmen und wir dann noch jemanden einstellen können“, sagt Avdyli. Und wie kamen sie auf den Namen des Restaurants? „Das Amulett gehört fest zu Bieber, und ist zugleich etwas Besonderes.“

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