Band Flaggstaff stellt CD vor

Schwungvoller Start ins Jahr

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Volle Tanzfläche, zufriedene Besucher: Nach der gelungenen Premiere dürfen sich die Anhänger des Linedance auf eine baldige Zweitauflage der Rumpenheimer Country Night mit der Band Flaggstaff freuen. Die Erstauflage der Country Night war schon Wochen vorher ausverkauft. Trotz rappelvoller Tanzfläche war die Stimmung bestens. Grund genug für eine Neuauflage am 7. März.

Offenbach - Die Aschaffenburger Band Flaggstaff ist Anhängern der Countrymusik schon seit Jahren ein Begriff - auch in der Rhein-Main-Region. Von Harald H. Richter 

Mit dem gebürtigen Hanauer und in Offenbach lebenden Gunther Köhler als musikalischem Kopf hatte sie zur Premiere der Rumpenheimer Country Night gar einen Einheimischen in ihren Reihen. Waren die fünf kernigen Kerls zuvor noch nie in der Lederstadt aufgetreten, änderte das Quintett dies am ersten Samstag des Jahres. Vier Stunden lang hielten die Musiker ihr tanzfreudiges Publikum im seit Wochen ausverkauften Bürgerhaus gehörig in Bewegung. Vor allem unter Linedancern ist die Fangemeinde der Band groß. Das liegt vor allem daran, dass sie sich nicht darauf beschränkt, tanzbare Klassiker etwa von John Denver, Johnny Cash, Alan Jackson oder Garth Brooks nachzuspielen. Vielmehr drückt Kreativling Köhler inzwischen durch etliche Eigenkompositionen dem Repertoire einen eigenen Stempel auf. Gemeinsam mit Norbert Cebula, Holger Ehmann, Heinrich Glagla und Paul Schneider hat er zehn neue Songs eingespielt und auf CD gepresst, die an diesem Abend reichlich Abnehmer findet. „Sämtliche Titel mussten zuvor eine Bewährungsprobe bestehen“, sagt Köhler und meint damit deren Tanztauglichkeit. Die haben ihm mehrere Linedancer-Gruppen nach entsprechenden Praxistests bescheinigt.

Linedance ist eine choreografierte Tanzform, bei der die Beteiligten unabhängig ihres Geschlechts in Reihen und Linien vor- und nebeneinander Bewegungen ausführen. Sie hat nichts mit dem Squaredance zu tun, der in Gruppen zu je vier Paaren getanzt wird, die den Anweisungen eines so genannten Callers folgen. Konzeptionell handelt es sich beim Linedance um einen hauptsächlich in den USA entwickelten Gruppentanz, bei dem paarweise Ausführung beziehungsweise Soli möglich sind. In Deutschland ist Linedance seit 2002 als Freizeitsport anerkannt. Die Aschaffenburger Rita und Roland Roth fanden vor etwa zehn Jahren Zugang zu dieser Tanzform und begreifen sie weniger als Sport denn als lieb gewordenes Hobby. „Wir besuchten eine Veranstaltung der Vorläuferband von Flaggstaff. Dabei haben uns die Gruppentänze auf Anhieb begeistert“, erinnert sich Roland Roth. „Beim bloßen Zuschauen wollten wir‘s nicht belassen“, ergänzt seine Ehefrau. Also meldeten sie sich bei den Horse Creek Dancers in Gailbach an und sind seitdem mit nicht nachlassendem Enthusiasmus bei den wöchentlichen Gruppentreffen zur Stelle. Jedoch keineswegs, um auf der Stelle zu treten – auch bei der Rumpenheimer Country Night nicht.

Bevor eine weitere Eigenkomposition der aufspielenden Band erklingt, bevölkern sie gleichzeitig mit etwa 60 anderen Tanzfreudigen die Fläche vor der Bühne und nehmen die „Sweetheart“-Aufstellung ein: der Herr links, die Dame rechts, die linken Hände gefasst, die rechten Hände über der rechten Schulter der Dame, beide tanzen die gleichen Schritte im Kreis gegen den Uhrzeigersinn. „Das klingt schwieriger als es ist“, meinen die Eheleute und machen es vor. Die Schrittfolgen tragen Namen wie „Barn Dance“, „Black Coffee“ oder „Cowboy Cha Cha“. Während Anfänger mit einem Repertoire von zehn bis 20 Tänzen zu fast jeder Musik passende Schrittfolgen finden können, beherrschen Fortgeschrittene oft die zehnfache Anzahl. Sie lassen sich nach ihrer Verwandtschaft zu anderen Stilen und Rhythmen kategorisieren, in denen sich typische Paartanz-Bezeichnungen wie Quick Step, Rumba, Walzer oder Polka wiederfinden. Scheinbar kunstvoll durchkomponiert, lebt das Ganze dennoch vorrangig von der spontanen Bereitschaft zum Mittanzen – ob nun paarweise oder gruppendynamisch. Trotz drangvoller Enge auf der Fläche kommt man sich dabei nicht ins Gehege.

Rund 15 Linedance-Gruppen aus der Region sind gekommen. Den Mitgliedern der Rainbow Riders aus Obertshausen, den Rodeo Dancers aus Münster und den Longhorns aus Weißkirchen bereitet der Country-Abend ebenso wie den Open House Dancers aus Friedberg und den Frankfurt Pirates großes Vergnügen. Das Ambiente beflügelt die Spielfreude der Band um Gunther Köhler, die mit großer musikalischen Bandbreite zu überzeugen weiß und besonders für ihre neuen Stücke, etwa „Ballroom Steam“ oder den Titelsong der CD, „Stomping Ground“, mit viel Applaus belohnt wird. Auf eine Neuauflage der Premiere im Bürgerhaus müssen die Anhänger von Bluegrass, Honky Tonk und Nashville Sound nicht lange warten. Schon am 7. März steigt an gleicher Stelle die 2. Rumpenheimer Country Night.

Linedance bei Country-Nacht mit Flaggstaff

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