Offenbacher Schultheisweiher: Ausschreibung für Phosphat-Eliminationsanlage

Flatterband soll Nestbau verhindern

Der Offenbacher Schultheisweiher von oben
+
Der Schultheis von oben: „Dem See geht’s gut...“, beurteilt Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach den Sachstand. Einschränkung: „... wie meistens im Winter.“ Die Probleme mit dem Gewässer beginnen mit dem Frühling.

Seit Jahren bemüht sich die Stadt um eine Gesundung des Schultheisweihers – mit gleichzeitiger Öffnung als Badesee. Ein problematisches Unterfangen in einem Naturschutzgebiet. Jetzt setzt die Verwaltung auf eine Phosphat-Elimination. Das Programm zur Wiederbelebung des Weihers nimmt weiter Form an.

Offenbach - In Vorbereitung auf die geplante Eliminationsanlage, die künftig eine starke Veralgung des Weihers vermeiden soll, wurden bereits im Januar am Südufer Sträucher, Büsche und Pflanzen entfernt. Mit dieser Maßnahme wird dem im Frühjahr beginnenden Nestbau von Brutvögeln vorgebeugt. Ähnlichen Effekt hat das Anbringen von rot-weißem Flatterband an Sträuchern und Büschen, welches in den vergangenen Tagen veranlasst wurde. Die einhergehende Bitte an Spaziergänger: Nicht als Umweltfrevel erachten und abreißen!

Die angrenzenden Bereiche am Südufer des Schultheisweihers sind dicht bewachsen. Um dort eine Ansiedlung von Vögeln zu vermeiden, wurde jetzt bis zu einer Distanz von drei Metern um den geplanten Platz für die Phosphat-Eliminationsanlage in Gebüschen und Sträuchern Flatterband angebracht, das dort bis zum Ende der Bauarbeiten belassen wird. Ziel: Durch das Flatterband werden die Vögel gestört, so dass sie in dem betroffenen Abschnitt kein Nest bauen. Dieser Schritt ist notwendig. Denn würden Vögel ihre Nester dort bauen, würden sie durch Baumaßnahmen zerstört.

Auch zum weiteren Verlauf des Programms gibt es erfreuliche Nachrichten: „Während die naturschutzfachlichen Gutachten für das Projekt vorliegen und der Antrag auf wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigung beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht wurde, ist nun auch die öffentliche Ausschreibung der Anlage Mitte Februar erfolgt“, so Alexander Jeschke, Bereichsleiter im Umweltamt.

Die Inbetriebnahme ist das Herzstück des Programms zur Rettung des Weihers, das die Stadt bereits 2019 ins Leben gerufen hat und bis zum nächsten Jahr umsetzen möchte. Der Plan nach diversen Herausforderungen (Stichworte sind Blaualgen, Fischsterben, Sumpfkrebse, Aalbesatz): Die Anlage wird kontinuierlich Phosphat aus dem Gewässer entnehmen und so die Grundlage für das Wachstum von Cyanobakterien (Algen) reduzieren. Nur zu Erinnerung: Die Stadt kann den See nicht einfach so aufgeben. Sie ist gesetzlich verpflichtet, ihn in seinem ökologischen Zustand zu erhalten.  mk

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare