Grüne für Erstaufnahmelager

„Tolerant und aufgeschlossen“

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Die Stadt sucht auf Bitte des Lands einen Standort. Noch ist offen, ob Offenbach eine Zelt-Dependance (hier eine in Dresden) des Erstaufnahmelagers in Gießen erhält.

Offenbach - Noch brüten diverse Amtsleiter und die Feuerwehr über der Bitte des Landes, die Stadt möge einen Standort für eine Dependance des überquellenden Erstaufnahmelagers in Gießen vorschlagen.

Die Grünen-Stadtverordnetenfraktion spricht sich unterdessen schon einmal dafür aus, Flüchtlinge auch in Offenbach unterzubringen. Fraktionsvorsitzende Susanne Schmitt: „Zahlreiche Asylbewerber sind traumatisiert, wenn sie in Deutschland ankommen. Denn häufig haben sie zu Hause Schaden an Leib und Seele erlitten. Sie mussten unterwegs Hunger, Durst und Gefahren erdulden. Viele überleben diese Flucht nicht oder verlieren nächste Angehörige. Wenn sie endlich bei uns in Sicherheit sind, ist es darum das Mindeste, sie angemessen unterzubringen.“

Wegen der schwierigen Situation im hessischen Erstaufnahmelager sprechen sie und ihre Parteifreunde sich deshalb für die zeitlich befristete Unterbringung in Offenbach aus. „Wir heißen diese Menschen herzlich willkommen bei uns in Offenbach“, schreibt die Kommunalpolitikerin. Dort lebten bereits Angehörige von 156 Nationalitäten, die friedlich miteinander auskämen. Darum dürfe es keine Bedenken bezüglich der temporären Aufnahme geben: „Die Offenbacherinnen und Offenbacher sind tolerante und aufgeschlossene Bürger.“

Schmitt weist jedoch darauf hin, dass Zelte nur eine Notlösung sein könnten. Ab November werde es in Deutschland schwierig, Menschen, die überdies aus wärmeren Zonen kämen, in solchen Provisorien zu beherbergen: „Wenn dann immer noch Bedarf ist, brauchen wir solide gebaute Unterkünfte.“ Die Grüne begrüßt, dass das von ihrer Partei mitregierte Land alle Kosten übernimmt. „Als Schutzschirmkommune können wir dazu keinen finanziellen Beitrag leisten“, betont sie. (tk)

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