Einrichtung wegen Windpocken gesperrt

Flüchtlinge: Virus in Unterkunft sorgt für Stillstand

Offenbach - Noch immer sind die Flüchtlinge in der Offenbacher Erstaufnahmeeinrichtung am Kaiserlei nicht registriert.

Nach Recherchen unserer Zeitung ist der Grund für die lange Wartezeit eine Windpockeninfektion, die Mitte Oktober bei zwei in der Einrichtung lebenden Kindern nachgewiesen wurde. Der Ausbruch dieser ansteckenden Viruserkrankung habe zu einer „Standortsperrung“ durch das Offenbacher Gesundheitsamt geführt, bestätigen die Pressestellen der Stadt und des Regierungspräsidiums (RP) Gießen. Laut Infektionsschutzgesetz ist die Stadt dazu verpflichtet.

Das bedeutet: Die Menschen aus den Notunterkünften im Kreis können vorerst nicht, wie geplant, in die Erstaufnahmeeinrichtung umziehen. Es bedeutet aber auch, dass sich die Registrierung der Flüchtlinge auf unbestimmte Zeit verschieben wird, denn der Zutritt ist im Falle einer solchen Infektionsgefahr ebenfalls untersagt. „Ursprünglich war die Registrierung der Menschen für den 19. Oktober vorgesehen“, sagt Katharina Pradl, Mitarbeiterin in der Pressestelle des RP. Diese Verzögerung war auch Grund dafür, dass heute mindestens 100 Bewohner vor der Einrichtung gegen ihre Situation demonstriert haben.

Flüchtlingsunterkunft am Kaiserlei: Bilder

Nach Bekanntwerden der Windpockeninfektion hat das Offenbacher Gesundheitsamt alle Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung geimpft. Da die Inkubationszeit bei Windpocken zehn Tage beträgt, wird die Standortsperrung diesen Sonntag wieder aufgehoben.

Aktuell verfügt das RP Gießen über zwei Registrierungsteams. Ein drittes Team werde bald hinzukommen, heißt es. Eine weitere Aufstockung der Mitarbeiterzahl ist aufgrund des starken Zustroms an Flüchtlingen vorgesehen. (ror)

Bilder: Umgang mit Flüchtlingen in der Region

Rubriklistenbild: © dpa

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