Unqualifizierte Informationen

Offenbach (tk) - Die Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach (BIL) mag die Einschätzung nicht teilen, es hätten am Freitag zu wenig Bürgerinnen und Bürger am Fraport-Infomobil protestiert.

Vorsitzende Ingrid Wagner erinnert, dass die BIL zu keiner Demonstration aufgerufen habe: „Wir wollten unseren Protest zwar zeigen, wussten aber, dass keine Tausende an einem Werktag mobilisiert werden konnten.“

Es sei Taktik von Fraport, zur Arbeitszeit hier anzutreten, damit wenig Leute erschienen, glaubt Ingrid Wagner. Dies zeige eindeutig, wie der „Dialog“ mit der Region aussehen solle. Aber trotz ungünstiger Zeit hätten sich außer Offiziellen auch besorgte Eltern mit Kindern sowie Jugendliche und ihre Lehrer dort eingefunden. Im Laufe des Nachmittags seien es einige hundert Leute gewesen.

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Das unterstreichen die Eintragungen in die Petitionslisten, die vom Fluglärm-Bündnis initiiert wurden und am Marktplatz auslagen. Zu den Interessenten gehörte etwa die Bürgerinitiative Rumpenheim um ihren Vorsitzenden Heinz Meier-Ebert. Die Besucher aus dem Stadtteil hofften, von den Fraport-Mitarbeitern Neues zu erfahren.

Nach Einschätzung von Ingrid Wagner zogen sie enttäuscht wieder ab: „Sie mussten feststellen, dass die Infos unqualifiziert waren.“ So hätten Fraport-Helfer behauptet, dass die BIL-Messstation auf dem Stadtkrankenhaus wegen dessen Klimaanlage falsche Werte aufzeichnen könne. Verschwiegen worden sei, dass der Deutsche Fluglärmdienst die Nebengeräusche herausfiltern könne und somit dort ermittelte hohe Dezibelzahlen doch stimmten. Auch beim Thema Lärmschutzpaket für Offenbach zeige sich die Fragwürdigkeit der Fraport-Aktion: Nur wenige Haushalte kämen in den Genuss, und das erst in einigen Jahren.

Ingrid Wagner: „Die Leute haben es satt, jahrelang von Fraport und Landesregierung getäuscht und verschaukelt zu werden. Uns war klar, dass der Fraport-Besuch nichts bringt und deshalb viele Leute nicht kamen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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