Protestfrist läuft in Kürze ab

Offenbach - Tagsüber sind mehr Offenbacher von Fluglärm betroffen als Frankfurter, Wiesbadener und Darmstädter zusammen.

Der Lärmaktionsplan des Landes Hessen verdeutlicht dies: Demnach befinden sich geschätzte 87.556 Offenbacher in der Tag-Schutzzone 2, 36 830 Offenbacher müssen auch nachts mehr als 50 Dezibel ertragen. Diese übermäßige und ungerechte Belastung am Himmel über Offenbach hat seit Ende vergangenen Jahres zahlreiche Bewohner dazu bewegt, eine Petition an den Deutschen Bundestag zu richten. Die unmissverständlichen Forderungen: Lebensqualität statt Lärmteppich, Kinderschutz statt Bauverbote für Kitas und Schulen, Lärmobergrenzen statt Dauerschallpegel, aktiver Lärmschutz statt Almosen für Betroffene, Nachtruhe statt Nachtflugbetrieb. Die Politik soll Regelungen treffen, die ein verträgliches Miteinander von Verkehrsflughäfen und Anwohnern ermöglichen.

Mehr als 14.000 Bürger haben dieses Ansinnen unterzeichnet, das derzeit im Petitionsausschuss zur Beratung vorliegt. Mitinitiatorin Waltraud Falkenberg appelliert an die Offenbacher: „Machen Sie von Ihrem Recht auf Stellungnahme zum Lärmaktionsplan des Landes Hessen Gebrauch, schildern Sie Ihre Lärmbetroffenheit und fordern Sie entsprechende Entlastung für sich und ihre Mitbürger!“

Durch die verbindliche Nutzung aller möglichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen erwarten die Unterzeichner eine Senkung des errechneten Dauerschallpegels tagsüber deutlich unter 55 dB(A), ohne andere Bewohner im Umland unzumutbar mehr zu belasten. Die „Lärmdeckelung“ durch die Begrenzung der Flugbewegungen müsse aber in dem von vielen als völlig unzulänglichen Lärmaktionsplan des Landes verbindlich festgeschrieben werden. Wer Argumentationshilfe für seine Stellungnahme an das Regierungspräsidium sucht, findet sie im Petitionstext unter www.lautgegenfluglärm.de. Eile ist geboten, die Abgabefrist endet in Kürze, am 19. Oktober.

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